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  • 13.03.2018
  • von Tilmann Warnecke

Digitale Bildung an Schulen: Kinder brauchen trotz Digitalpakt eigene Endgeräte

von Tilmann Warnecke

Für den Digitalpakt für Schulen sind insgesamt 5 Milliarden Euro vorgesehen. Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Aus dem milliardenschweren Digitalpakt sollen keine Endgeräte für Schüler finanziert werden: Diese sollen ihre Tablets selber mitbringen. Die FDP findet das unsozial.

Aus dem seit Langem geplanten Digitalpakt für die Schulen sollen keine Endgeräte für Schüler finanziert werden: Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag hervor. Die Kultusministerkonferenz favorisiere die Strategie „Bring Your Own Device“, heißt es in der von Bildungsstaatssekretär Thomas Rachel verfassten Antwort – was bedeutet, dass Kinder ihre eigenen Smartphones oder Tablets zur Schule mitbringen, wenn digitale Medien im Unterricht genutzt werden. „Dieses Modell liegt auch dem Digitalpakt Schule zugrunde.“

Der Digitalpakt wurde bereits 2016 von der aus dem Amt scheidenden Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) initiiert. Wie er konkret ausgestaltet wird und wann Schulen mit Unterstützung bei der Digitalisierung rechnen können, ist aber in großen Teilen noch immer unklar. Eine entsprechende Bund-Länder-Vereinbarung, die im vergangenen Jahr verabschiedet werden sollte, liegt bis heute nicht vor. Auf die Frage, wann es damit so weit ist und wann Schulträger Mittel beantragen und erhalten werden, weicht Rachel in seinem Schreiben aus. Es gebe zwischen Bund und Ländern einen „hohen Grad an Übereinstimmung in der Bewertung der Bedarfe und Aufgaben“, heißt es lediglich.

Kritik der FDP: Der Bund "verschläft die Digitalisierung"

Immerhin haben Union und SPD sich in ihrem Koalitionsvertrag bei der lange in der Schwebe stehenden Finanzierung darauf geeinigt, 3,5 Milliarden Euro in dieser Legislaturperiode für den Pakt auszugeben und 1,5 Milliarden Euro in der nächsten. Die Strategie „Bring Your Own Device“ ist nun eine der ersten inhaltlichen Festlegungen. Jens Brandenburg, Sprecher für Studium und lebenslanges Lernen der FDP-Fraktion, hält das für problematisch. „Die Teilnahme am digitalen Unterricht darf keine Frage des elterlichen Geldbeutels sein“, kritisiert Brandenburg. Nötig wäre ein „breit angelegtes Investitionsprogramm“, das weit über den Digitalpakt hinausgehe. Angesichts der langen Zeit, die die Umsetzung des Digitalpakts brauche, verschlafe die Bundesregierung die Digitalisierung für eine gesamte Schülergeneration.

Aus der FDP heißt es auch, dass die Kulturministerkonferenz (KMK) keineswegs das Modell „Bring Your Own Device“ favorisiere, wie es die Bundesregierung in ihrer Antwort schreibt. Dies werde von den Ländern allenfalls als „Option“ gesehen. Tatsächlich findet sich in dem von der KMK 2016 verabschiedeten Strategiepapier „Bildung in der digitalen Welt“ keine eindeutige Festlegung auf eben jene Handhabung.

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