16.01.2018, 5°C
  • 12.01.2018
  • von Adelheid Müller-Lissner

Raumfahrtmedizin: Der Astronaut hat's schwer - mit der Schwerelosigkeit

von Adelheid Müller-Lissner

Der Mensch ist nicht für die Schwerelosigkeit gebaut. Das hat Folgen.

Die Schwerkraft auf der Erde hat Einfluss auf die Verteilung des Wassers in unserem Körper: mehr in den Beinen, weniger in Kopf und Oberkörper. Unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit im Weltraum werden dagegen die Beine dünner, die Schleimhäute in Kopf und Hals schwellen ein wenig an, was negative Auswirkungen auf Geruchs- und Geschmacksempfindung hat. Weil die Wirbelsäule ohne Schwerkraft nicht mehr gestaucht wird, wachsen Astronauten im All sogar ein wenig – bis zu zwei Zentimeter. Die Muskeln und Knochen verlieren an Masse, was nach der Rückkehr auf die Erde große Probleme mit Kraftlosigkeit und Brüchigkeit verursacht. Dem wirken die Astronauten mit einem speziellen täglichen Krafttraining entgegen. Trotzdem fühlen sich die Rückkehrer aus der ISS zunächst extrem schwach und müssen sich über Tage erst wieder an die Schwerkraft auf der Erde gewöhnen.

Neben diesen körperlichen Problemen ist auch außerhalb des Körpers einiges zu beachten. So darf zum Beispiel bei den täglichen Verrichtungen keine Flüssigkeit frei werden, die sonst in der ISS herumfliegen würde und Schaden anrichten könnte. Man wäscht sich mit Feuchttüchern, duscht mit einem speziellen Duschkopf, der das Wasser sofort wieder absaugt, nutzt zum Urinieren einen Unterdruck-Schlauch mit Trichter und schnallt sich zur Abdichtung auf der Toilette fest.

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