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  • 10.01.2018
  • von Tilmann Warnecke, Anja Kühne

Technische Universität Berlin: TU-Präsident Christian Thomsen wiedergewählt

von Tilmann Warnecke, Anja Kühne

TU-Präsident Christian Thomsen. Foto: TUB/Ausserhofer

Die Technische Universität Berlin hat ihren Präsidenten Christian Thomsen mit deutlicher Mehrheit für eine zweite Amtszeit wiedergewählt.

Der Physiker Christian Thomsen bleibt Präsident der TU Berlin. Er wurde am Mittwoch vom Erweiterten Akademischen Senat (EAS) mit deutlicher Mehrheit für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. Von den 58 abgegebenen Stimmen erhielt er 43 Ja-Stimmen. 14 Gremienmitglieder stimmten mit Nein, eine Stimme war ungültig. Thomsen hatte keinen Gegenkandidaten. Er erhielt drei Stimmen mehr als vor vier Jahren, als er sich gegen den damaligen Amtsinhaber Steinbach durchsetzte.

Ebenfalls wiedergewählt wurde Christine Ahrend, die Erste Vizepräsidentin. Sie erhielt 39 Ja-Stimmen, 17 EAS-Mitglieder stimmten mit Nein, zwei Stimmen waren ungültig. Nötig waren jeweils 31 Stimmen.

Thomsen: Der TU "stehen goldene Jahre bevor"

Vor seiner Wahl hatte Thomsen eine kurze Bilanz seiner Amtszeit gezogen: „Wir haben die TU in toller Weise gestaltet“, sagte er. „Nach meiner Auffassung stehen ihr goldene Jahre bevor.“ Etwa 100 TU-Mitglieder waren neben den Mitglieder des EAS gekommen.

Einige nutzten die Gelegenheit zur Aussprache: „Sie haben eben von der Bedeutung der Wissenschaftsfreiheit gesprochen“, sagte der Studierendenvertreter Patrick Schubert. „Aber wo ist denn die Wissenschaftsfreiheit für die Studierenden?“. Thomsen habe vor vier Jahren versprochen, die Anwesenheitspflichten für die Studierenden zu lockern und mehr Freiheiten im Studium zu schaffen. Stattdessen gebe es jetzt noch mehr Restriktionen als vorher.

Fragen zur Lehre? Bitte an den Vizepräsidenten!

So dürften an Wiederholungsprüfungen nur noch Studierende teilnehmen, die schon an der ersten Prüfung teilgenommen haben. Thomsen erwiderte: „Die verbindliche Teilnahme ist nicht in meinem Sinne.“ Das Thema stehe im Präsidium auf der Agenda, die Studierenden sollten dazu den Vizepräsidenten für Lehre Hans-Ulrich Heiß befragen. Heiß soll dem neuen Präsidium ebenfalls wieder angehören.

Eine andere Frage zielte auf den hohen Krankenstand in der Verwaltung der TU, den Thomsen vor vier Jahren kritisiert hatte. Inzwischen sei die Lage in einem Projekt mit der Techniker Krankenkasse analysiert worden, erklärte Thomsen. Danach liege die TU mit ihrem Krankenstand im Durchschnitt anderer Universitäten.

Überdurchschnittliche Werte gebe es bei der Zufriedenheit der Mitarbeiter mit ihrer Arbeit. Die TU wolle jetzt in einem Workshop erarbeiten, wie auf die verbleibenden Herausforderungen reagiert werden könne.

Vize Ahrend erhielt weniger Stimmen

Thomsens Stellvertreterin Ahrend erhielt als 1. Vizepräsidentin acht Stimmen weniger als 2014. Sie ist für Forschung, Berufungsstrategie und Transfer zuständig, wobei sie künftig in der Forschung aber die Verantwortung für die Exzellenzstrategie und die Sonderforschungsbereiche abgeben muss. In ihrer Rede konzentrierte sie sich auf den Wissenstransfer, den sie stärken möchte. Nachfragen gab es praktisch keine an sie – auch nicht zur Viertelparität, für die sie sich stark gemacht hatte, was bei Professoren kritisch gesehen wurde.

Die beiden weiteren TU-Vizepräsidenten - Hans-Ulrich Heiß für Studium und Lehre, Angela Ittel für Internationales und Lehrkräftebildung - stellen sich am 7. Februar zur Wiederwahl. Die TU gehört zu den drei großen Berliner Universitäten: Rund 35 000 Studierende sind eingeschrieben, 345 Professorinnen und Professoren forschen und lehren dort.

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