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  • 30.07.2017
  • von Rolf Obertreis

EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger: Kunden müssen sich auf steigende Preise bei Banken einstellen

von Rolf Obertreis

Sabine Lautenschläger war einst Vizepräsidentin der Deutschen Bundesbank und ist jetzt Mitglied im Direktorium der Europäischen Zentralbank. Foto: Marc Tirl/dpa

Die Verdienstmarge ist zu gering, sagt die Direktorin der Europäischen Zentralbank. Und es gibt zu viele Banken und Sparkassen.

Die Europäische Zentralbank drängt auf eine Konsolidierung in der deutschen Finanzbranche und stimmt die Kunden auf steigende Preise für Bankdienstleistungen ein. Deutschland habe sehr viele Banken, sagte EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger dem Tagesspiegel. "Mit rund 1.600 sind es eigentlich zu viele", sagte Lautenschläger, die auch stellvertretende Vorsitzende der EZB-Bankenaufsicht ist: "Konsolidierung ist notwendig." Nach Meinung Lautenschlägers müssten sich die Kunden auf steigende Preise für Bankdienstleistungen einstellen. So günstig wie derzeit könnten nicht alle Bankdienstleistungen bleiben, meint die EZB-Direktorin: "Auch wenn der Aufseher die Preise nicht bestimmt, sollte grundsätzlich für eine gute Dienstleistung auch ein angemessener Preis bezahlt werden. Umsonst kann sie auf Dauer nicht sein." Die deutschen Kreditinstitute stehen nach Einschätzung der EZB-Direktorin unter Druck, weil sie ein teures Filialnetz unterhalten und die Verdienstmargen niedrig sind. "Kredite sind billig, manche zu billig und einige Bankdienstleistungen werden umsonst angeboten. Das zehrt an den Erträgen", sagte Lautenschläger.

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