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  • 05.03.2017
  • von Carla Neuhaus

Deutsche Bank: Die Krise als Chance

von Carla Neuhaus

John Cryan macht ernst. Er will frisches Kapital einsammeln und den Konzern umbauen. Foto: dpa

Kapitalerhöhung, Vorstandsumbau, neue Konzernstruktur: Die Deutsche Bank hat einen Plan - und die Chance auf einen Neuanfang. Ein Kommentar

Das ist mal eine Ansage. Acht Milliarden Euro will die Deutsche Bank bei Aktionären einsammeln. Um das zu stemmen, soll ein Teil der Vermögensverwaltung separat an die Börse gehen. Außerdem soll Bankchef John Cryan zwei Stellvertreter bekommen, zwei Co-Vize-Vorstandschefs. Noch dazu scheint man endlich eingesehen zu haben, dass es keine gute Idee war, jetzt, in Zeiten niedriger Zinsen, die Postbank verkaufen zu wollen. Die will man nun doch behalten.

Auch wenn Letzteres reichlich spät kommt, nämlich nachdem man für die Abspaltung der Tochter bereits Millionen ausgegeben hat, so ist all das doch ein Plan. Es ist schließlich nur wenige Monate her, als noch über eine Staatsrettung für die Deutsche Bank spekuliert wurde.

Das Institut muss die Zeit nutzen

Was das Institut jetzt braucht, ist vor allem eins: Ruhe. Ruhe, um sich zu sortieren. Um genau zu überlegen, was für eine Bank man in Zukunft sein will. Welche Geschäfte man noch machen will. Und welche nicht. Und zwar ohne dass das Damoklesschwert einer Staatsrettung oder einer Pleite über dem Institut schwebt. Mit der Kapitalerhöhung, mit dem Umbau im Vorstand, hat Bankchef Cryan diese Ruhe. Hoffen wir, dass er sie nutzt.

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