17.07.2018, 27°C
  • 10.07.2018

Unwetter in Japan: Zahl der Toten steigt auf 156

Kurashiki: Blick auf zerstörte Häuser in Kurashiki, nachdem es nach schweren Regenfällen zu Erdrutschen und Überschwemmungen kam, aufgenommen aus einem Helikopter von Kyodo News. Foto: -/kyodo/dpa

In Japan steigt die Zahl der Todesopfer der schweren Unwetter weiter an. Betroffen ist vor allem der Westen und das Zentrum Japans.

Die Zahl der Toten bei den verheerenden Regenfällen in Japan ist auf mindestens 156 gestiegen. Tausende Menschen harrten weiterhin in Notunterkünften aus, wie Regierungssprecher Yoshihide Suga am Dienstag sagte. Örtlichen Medien zufolge werden noch dutzende Menschen vermisst. Es ist bereits jetzt die höchste Opferzahl durch Regenfälle in Japan seit mehr als drei Jahrzehnten.

Ende vergangener Woche hatten heftige Regenfälle im Westen und Zentrum Japans schwere Überschwemmungen und Erdrutsche verursacht. Seit das Wasser in den überschwemmten Gebieten langsam zurückgeht, suchen Rettungskräfte, darunter Polizisten und Soldaten, in den betroffenen Orten nach Überlebenden und möglichen weiteren Opfern.

"Wir wissen, dass es ein Wettlauf gegen die Zeit ist, wir geben unser bestes", sagte ein Sprecher der Präfektur Okayama.

Das Ausmaß der Katastrophe wird erst langsam sichtbar, da der Einsatz in zuvor von der Außenwelt abgeschnittenen Gebieten erst jetzt beginnen kann. Nach Regierungsangaben sind etwa 75.000 Helfer an dem Einsatz beteiligt.

Viele retteten sich auf Dächer

Viele Einwohner mussten sich auf die Dächer ihrer Häuser retten. "Ich habe mein Haus dabei beobachtet, wie es praktisch unterging und konnte nichts tun. Ich habe mich hilflos gefühlt", sagte die 61-jährige Fumiko Inokuchi.

In der Präfektur Ehime waren einige Gegenden noch immer schlecht zu erreichen. Ein Sprecher des örtlichen Katastrophenschutzes teilte mit, den Bewohnern würden per Boot und auf dem Flugweg Essen und Wasser gebracht. "Es wird lange dauern, bis die zerstörten Gegenden sich erholen", sagte der Behördensprecher.

Regierungssprecher Suga warnte zudem vor Hitzschlägen aufgrund der hohen Temperaturen. Teilweise war es demnach über 35 Grad Celsius heiß. Besonders wer mit dem Wiederaufbau seines Hauses beschäftigt sei, solle sich vor Sonnenstichen, aber auch vor weiteren Erdrutschen in Acht nehmen.

Regierungschef Shinzo Abe hatte eine für diese Woche geplante Auslandsreise wegen der Unwetter abgesagt. Er wird in den kommenden Tagen in den betroffenen Gebieten erwartet. (AFP)

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