27.05.2018, 26°C
  • 20.12.2017

Veddel: Verdächtiger nach Böller-Explosion in Hamburger S-Bahnhof festgenommen

Ein Entschärfer der Polizei am Sonntag in Hamburg auf dem S-Bahnhof Veddel. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Nach einer Detonation auf einem Hamburger S-Bahnhof hat die Polizei den mutmaßlichen Täter gestellt.

Einen Tag nach der wohl von einem Böller verursachten Explosion auf dem Hamburger S-Bahnhof Veddel hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Es handele sich um einen 51-Jährigen, teilte ein Sprecher am Montag mit. Ein Polizeibeamter habe den Mann anhand von Aufnahmen aus einer Überwachungskamera in der Nähe des Harburger Polizeikommissariats wiedererkannt.

Der Mann hat eine rechtsextremistische Vergangenheit und ist wegen Totschlags vorbestraft. Er war 1992 wegen der brutalen Tötung eines Mannes, der Hitler als Verbrecher bezeichnet hatte, zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Hamburg. Sein damaliger Mittäter, ein Skinhead, betrieb später jahrelang einen Laden im niedersächsischen Tostedt, der als Treff der rechten Szene galt, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Stade der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Der nun in Hamburg festgenommene 51-Jährige sei aber in letzter Zeit nur noch wegen kleinerer Diebstähle aufgefallen, sagte die Sprecherin der Hamburger Staatsanwaltschaft. Gegen ihn war am Dienstag Haftbefehl erlassen worden. Er soll die Explosion vermutlich mit einem starken Böller ausgelöst haben.

Nach der kleinen Detonation am Sonntagabend auf einem Bahnsteig war eine von mehreren Scheiben zu Bruch gegangen, die Wartende vor Wind und Wetter schützen sollen. Menschen wurden nicht verletzt. Die Polizei vermutete, dass ein sogenannter Polenböller gezündet wurde. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gebe es nicht. Die Ermittler fanden Schrauben auf dem Bahnsteig. Ob diese mit der Explosion im Zusammenhang standen, war noch unklar.

Nach Medienberichten hatte vor der Explosion ein Mann eine Plastiktüte auf dem Bahnsteig abgestellt. In der Nacht zum Montag bestätigte die Polizei den Fund einer Plastiktüte mit Pyrotechnik durch Sprengstoffexperten. Die Bahnen der Linie S3 hielten am Sonntag rund fünf Stunden lang nicht in Veddel, sondern fuhren durch. Aus Sicherheitsgründen und um die Ermittlungen nicht zu beeinträchtigen, hatte die Polizei den Bahnhof weiträumig abgesperrt. (dpa, rok)

Social Media

Umfrage

Die Einengung der Zeppelinstraße in Potsdam hat im Zuge der Dieseldebatte bundesweit Interesse geweckt. Ist die Maßnahme nötig, um ein Dieselfahrverbot in Potsdam zu verhindern? Stimmen Sie ab!