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  • 20.03.2017
  • von Bernd Matthies

Weltglückstag: Glück ist relativ. Und dann erst die subjektiven Faktoren!

von Bernd Matthies

Das Glück ist bekanntlich flüchtig - derzeit ist es bevorzugt in Norwegen zuhause. Was Polarlichter dazu beitragen, ist nicht abschließend geklärt. Foto: Martial Trezzini/Keystone/dpa

Glück lässt sich schwer fassen. Manchmal ist es plötzlich einfach da. Wie Martin Schulz. Eine Betrachtung zum Weltglückstag.

Mit Wilhelm Busch kommt man immer ins Thema rein. „Das Gute – dieser Satz steht fest – ist stets das Böse, was man lässt.“ Eine aktuelle Variante dieser Logik müsste besagen: Glück ist das Pech, was einem erspart bleibt. Am gestrigen Montag, dem Weltglückstag der Vereinten Nationen, hat es zu dieser sehr generellen Erkenntnis auch konkrete Fakten gegeben: Die Norweger haben die notorisch glücklichen Dänen endlich überholt und dürfen sich die glücklichsten Menschen der Welt nennen.

Norwegen. Wir sehen an dieser Wahl, wie relativ Glück ist. Denn wer einen Deutschen nach diesem Land fragt, der hört von Fjorden, bunten Holzhäusern und stabilem Leben, aber auch davon: Wetter grauenhaft, Bier viel zu teuer, und Fußballer, die praktisch jede Qualifikation versemmeln. Daraus folgt, dass ein Deutscher, nach Oslo transferiert, das Leben ab sofort grau in grau sehen und auf die blöde UN-Statistik fluchen würde.

Aber die Befrager der UN konzentrieren sich natürlich auf weniger triviale Tatsachen, auf das Brummen der Wirtschaft, die Unbestechlichkeit der Beamten und das relative Desinteresse internationaler Terroristen. Und dann erst die subjektiven Faktoren! Wenn auch die Milliardäre nach skandinavischer Art mit dem Rad Brötchen holen, fühlt sich der Durchschnittsverdiener gleich viel besser. Allerdings, das sollte hier wohl eingeflochten werden, sind die Leute auch in den USA und in Israel relativ glücklich, obwohl es dort massenhaft Milliardäre (USA) und terroristische Attacken (Israel) gibt.

Relativ glücklich, das heißt hier übrigens: glücklicher als die Deutschen, Platz 16. Unsere Zahlen sehen an sich gut aus, den Menschen geht es prima, sicher objektiv besser als denen in Costa Rica (Platz 12), und wir sind nach einer aktuellen DIW-Untersuchung so glücklich wie noch nie. Aber das ist typisch: Wenn einer uns Glückspilze näher befragt, dann kriegt er halt das volle Programm ab, überall diese giftigen Gene, sagen die Leute, die Flüchtlinge nehmen uns die Jobs weg, und die Eisbären sterben sogar schon im Zoo.

Allerdings stützt sich die UN-Untersuchung auf die Jahre 2014 bis 2016. Seitdem ist allerhand passiert, was die Norweger am wenigsten erschüttern wird. Aber uns Deutschen ist soeben Martin „Gottkanzler“ Schulz erschienen, und das wirft alles um. Brächte er das Land beim nächsten Mal nicht ganz nach oben auf die Glücksskala – dann wäre das schon verdammtes Pech.

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