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  • 14.03.2017
  • von Thomas Seibert

Schneesturm: „Stella“ legt Osten der USA lahm

von Thomas Seibert

Ein Taxifahrer passiert auf dem Times Square in New York einen Schneehaufen. Foto: dpa

Die Furcht vor Wintersturm "Stella" war groß, die Vorkehrungen entsprechend streng - passiert ist am Ende aber weniger als befürchtet.

Reiseverbote waren in den USA in jüngster Zeit häufiger im Gespräch – doch diesmal trifft es die Amerikaner selbst. Wegen eines herannahenden Wintersturms wies der Bundesstaat Connecticut am Dienstag seine Bürger an, sich nicht von der Stelle zu rühren. Eine Sturm- und Schneefront namens „Stella“ zog von der Hauptstadt Washington die Ostküste hinauf bis zur kanadischen Grenze, führte zur Verschiebung des USA-Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel und bescherte Millionen von Schülern und Studenten einen freien Tag. Da die Auswirkungen des Sturms weniger dramatisch waren als befürchtet, wurde aber auch Kritik an einer möglichen Überreaktion der Behörden laut.

In Washington beginnt um diese Jahreszeit bei oft frühlingswarmem Wetter eigentlich die Kirschblüte, doch diesmal könnten die Blüten im Frost erfrieren. Nach einem ungewöhnlich milden Winter lud der Sturm „Stella“ in der Nacht zum Dienstag und am Morgen im amerikanischen Nordosten mancherorts einen halben Meter Schnee ab. Bundesbehörden in der Hauptstadt erlaubten ihren Mitarbeitern, später ins Büro zu kommen oder von zu Hause aus zu arbeiten. Tausende von Flügen wurden annulliert.

Weil sich der aus dem Norden heranziehende Sturm an der Ostküste mit einem anderen Niederschlagsgebiet vereinigte, riefen die Behörden für mehr als 30 Millionen Menschen, darunter die Bewohner New Yorks, eine Blizzard-Warnung aus. Weitere 40 Millionen Menschen in den Ballungsgebieten am Atlantik waren ebenfalls von dem Sturm betroffen.

In New York stürmten die Menschen die Supermärkte

In New York stürmten die Menschen nach den Warnungen von Meteorologen und Behörden am Montag die Supermärkte, um sich für alle Fälle mit Proviant zu versorgen. Mehrere Bundesstaaten riefen den Notstand aus. Aus Pennsylvania wurden Schneehöhen von 50 Zentimetern und mehr gemeldet.

In US-Medien war von einem „Monster-Sturm“ mit rekordverdächtigen Schneefällen die Rede, doch im Verlauf des Vormittags zeigte sich, dass „Stella“ nördlich von Manhattan vorbeizog und die am dichtesten besiedelten Gebiete der USA verschonte. Im Internet wurde deshalb Kritik an den Behörden laut. „Wo ist denn der Sturm?“, fragten Twitter-Nutzer. Der rechtspopulistische Kommentator Matt Drudge warf dem nationalen Wetterdienst Versagen vor. Drudge vermutet, dass „Stella“ benutzt werden soll, um die Amerikaner von der Existenz des Klimawandels zu überzeugen. Präsident Donald Trump solle die „Klima-Hysteriker“ im Wetteramt feuern.

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