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  • 16.04.2018
  • von Martin Einsiedler

Volleyball-Halbfinale: BR Volleys profitieren vom Albtraum des Gegners

von Martin Einsiedler

Paul Carroll (l.) machte am Samstag die meisten Punkte für die BR Volleys. Foto: imago/Sebastian Wells

Die BR Volleys trennt noch ein Sieg vom Finale. Gegner United aus Frankfurt hat großes Pech und kaum noch Hoffnung.

Ein Tag später war das, was am Abend zuvor passiert war, zumindest kein einziger Albtraum mehr. Aber die Gewissheit, dass es das mit Abstand bitterste Spiel in der jungen Vereinsgeschichte der United-Volleys Rhein Main aus Frankfurt gewesen war, die blieb. Die Hessen hatten am Samstag in Berlin das erste Play-off-Halbfinale gegen die BR Volleys mit 0:3-Sätzen verloren. Ursächlich für die deutliche Niederlage war ziemlich wahrscheinlich die schwere Knieverletzung ihres wichtigsten Akteurs, Zuspieler Patrick Steuerwald. Der 32-Jährige zog sich eine Luxation am linken Knöchel zu. „Die Untersuchungen haben keinen Bruch ergeben, Patrick hatte also Glück im Unglück und konnte direkt auf den Weg in Richtung Heimat gebracht werden“, teilte United-Trainer Michael Warm mit.

Dass die sportliche Karriere des früheren Nationalspielers weitergehen kann, wenn auch nicht mehr in diesen Play-offs, war dann auch das einzig Positive aus Sicht von Warm. Unmittelbar nach dem Spiel ließ der 50-Jährige seinem Frust freien Lauf. Für das zweite Halbfinalspiel rechnet er sich nicht mehr viel aus. „Nun ja, wir werden antreten“, sagte er salopp. Und auf die Frage, ob er am kommenden Sonntag ein entscheidendes drittes Spiel in Berlin erleben werde, antwortete er: „Wohl nur, um spazieren zu gehen.“ Auch deutete er ziemlich unmissverständlich an, dass sich die Wege zwischen ihm und dem Klub nach Ende der Saison eventuell trennen könnten. „Wenn ich nächste Saison dann überhaupt noch Trainer bin“, entgegnete er auf Fragen die kommende Spielzeit betreffend. Er habe den Eindruck, dass der Klub künftig möglicherweise nicht mehr die finanziellen Anstrengungen unternehme, um mit den Besten mithalten zu können. Der Mann konnte einem leidtun.

Das Unglück des anderen ist im Sport nicht selten das Glück des anderen. Das war auch am Samstagabend nicht anders. Die Volleys profitierten sehr von der Verletzung Steuerwalds. Anschließend dominierten sie das Spiel. Auf der anderen Seite fiel die Freude über den Sieg bei den Berlinern angesichts der Tragik beim Gegner durchaus gedämpft aus. „Das tut mir leid für den Spieler und die Mannschaft“, sagte Volleys-Trainer Stelian Moculescu. Auch müsse man nicht lange drumherum reden. Ersatzzuspieler Jannis Hopt könne Steuerwald nicht ersetzen.

Und so spricht vieles dafür, dass die Meisterschaft mal wieder zwischen den Volleys und den in dieser Spielzeit in der Liga bislang ungeschlagenen Friedrichshafenern ausgespielt wird. Lediglich Volleys-Manager Kaweh Niroomand warnte noch vor dem schwer angeschlagenen Gegner. „Hopt ist kein schlechter Zuspieler und das Spiel am Mittwoch wird kein Selbstläufer“, sagte er. Der 65-Jährige hofft, dass eine über weite Strecken unglückliche Saison doch noch ein gutes Ende finden könnte. „Ich habe immer gesagt, das A und O ist die Erfahrung. Gerade im Play-off-Modus.“ Und kein anderes Team in der Liga hat mehr Erfahrung als die Volleys. Schon gleich gar nicht die United Volleys nach dem Verlust von Steuerwald.

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