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  • 29.03.2018
  • von Jörg Leopold

Eisbären Berlin gegen Nürnberg Ice Tigers: Der Halbfinal-Poker ist eröffnet

von Jörg Leopold

Neue Serie, neues Glück? Die Eisbären haben zuletzt sieben Mal in Folge gegen die Ice Tigers verloren. Foto: Daniel Karmann/dpa

Im Halbfinale der Deutschen Eishockey-Liga zwischen den Eisbären Berlin und Nürnberg Ice Tigers könnten Kleinigkeiten den Ausschlag geben.

Fünf Jahre sind im Profisport eine kleine Ewigkeit. 2013 haben die Eisbären Berlin ihre letzte Meisterschaft in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gewonnen. Seither sind sie nicht einmal mehr in die Nähe eines weiteren Titels gekommen. In diesem Jahr allerdings ist die Chance, es zumindest wieder in die Finalserie zu schaffen, so gut wie noch nie unter Trainer Uwe Krupp. Die Hauptrunde haben die Eisbären souverän bis locker hinter sich gebracht und im Viertelfinale der Play-offs wurden die Grizzlys Wolfsburg in den fünf Spielen überwiegend beherrscht. Doch nun kommt mit den Nürnberg Ice Tigers ein anderes Kaliber auf die Berliner zu. „Ich sehe zwischen uns und den Nürnbergern nur kleine Unterschiede“, sagte Krupp am Mittwoch, vergaß dabei allerdings nicht darauf hinzuweisen, dass „sie in diesem Jahr in den vier Spielen immer einen Weg gefunden haben, uns zu schlagen.“

Die Aufgabe von Krupp und seiner Mannschaft ist es jetzt, selbst einen Weg zu finden, Nürnberg zu bezwingen. Und das nicht nur am Donnerstag, sondern möglichst viermal in den maximal sieben Duellen. Die Eisbären wissen, was auf sie zukommt. Ein körperlich robuster Gegner, der seine Stärken in der Abwehr hat, aber auch nach vorne viel Qualität mitbringt. Schwächen haben die Ice Tigers sicher auch. Welche genau Krupp ausgemacht hat, war ihm nach der letzten vollumfänglichen Trainingseinheit vor dem Halbfinale allerdings nicht zu entlocken: „Da will ich gar nichts zu sagen“, meinte er abwehrend.

Der Poker in der Serie ist eröffnet. Dazu gehört es, öffentlich keine Angriffsfläche zu bieten und den Kontrahenten möglichst nicht zusätzlich durch unbedachte Äußerungen zu motivieren. In dieser Hinsicht ist auch Nürnbergs Trainer Rob Wilson schon Meister. „Ich weiß, wie Berlin spielt. In den Play-offs muss sich jeder an verschiedene Dinge anpassen und sich umstellen. Auch wir“, sagte der 49-jährige Kanadier am Mittwoch. Dabei ist Wilson bestens im Bilde, was die Eisbären angeht. „Ich habe alle Spiele von allen Serien gesehen – und zwar komplett“, erklärte er nach dem 4:2-Viertelfinalsieg seines Teams über die Kölner Haie. Sich so viel Eishockey wie möglich anzuschauen, sei einfach seine Art zu entspannen.

Nürnberg spielt nicht besonders spektakulär, dafür aber enorm diszipliniert

Folglich ist davon auszugehen, dass Wilson mit Nürnberg einen Plan hat. Natürlich ist da zuallererst die Defensive, die schon in der Hauptrunde die beste der gesamten DEL war. Auswärts spielt die Mannschaft extrem diszipliniert, wirklich spektakulär ist es selten. Dazu hält Wilson eisern daran fest, seinen vier Angriffsreihen möglichst gleich viel Eiszeit zu geben. So konnten die Nürnberger sich auch deswegen gegen Köln durchsetzen, weil sie am Ende mehr Energie hatten als der Gegner. Nachdem es zwischenzeitlich 1:2 in der Serie stand, gewannen die Ice Tigers die letzten drei Spiele – das sechste sogar deutlich 5:1.

Im Duell Berlin gegen Nürnberg wird es vor allem darauf angekommen, wer sein Spiel durchsetzen kann. Der Faktor Disziplin könnte dabei entscheidend sein. Während die Ice Tigers in sechs Spielen gegen die Haie insgesamt 20 Mal in Unterzahl gerieten, war das bei den Eisbären in nur fünf Duellen mit Wolfsburg 29 Mal der Fall. Allerdings hat Rob Wilson dazu seine ganz eigene Theorie: „Jeder reagiert gegen Wolfsburg irgendwann frustriert. Ich denke nicht, dass es in unserer Halbfinalserie Disziplinlosigkeiten geben wird.“

Anders als in Berlin liegen große Erfolge in Nürnberg übrigens mehr als nur eine kleine Ewigkeit zurück. Zweimal standen die Ice Tigers in ihrer Klubgeschichte bisher in einem DEL-Finale, zu einem Meistertitel hat es aber nie gereicht. Und die Eisbären wollen alles tun, damit das auch diesmal nicht klappt.

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