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  • 04.03.2018
  • von Jörg Leopold

6:1 gegen Bremerhaven zum Hauptrundenabschluss: Die Eisbären Berlin sind bereit für die Play-offs

von Jörg Leopold

André Rankel (vorn im Bild) ist jetzt DEL-Rekordtorschütze der Eisbären. Foto: Imago

Die Eisbären schlagen Bremerhaven 6:1 und beenden die DEL-Hauptrunde auf Platz zwei. Kapitän André Rankel gelingt dabei ein besonderer Rekord.

Der Blick auf die Aufstellung der Fischtown Pinguins Bremerhaven gab schon die Richtung vor. Ganze 14 Feldspieler konnten die Gäste beim Auswärtsspiel am Sonntagnachmittag bei den Eisbären Berlin aufbieten – fünf Verteidiger und neun Stürmer. Die Eisbären hingegen durften sich sogar den Luxus erlauben, Sven Ziegler als überzähligen Profi auf die Tribüne zu setzen. Entsprechend einseitig verlief dann auch das Aufeinandertreffen der beiden Teams, vor 14 200 Zuschauern in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof siegten die Eisbären mühelos 6:1 (2:0, 3:0, 1:1). "Wir wussten, dass es für uns heute eine schwere Aufgabe wird mit der kleinen Bank", sagte Pinguins-Coach Thomas Popiesch nach der Niederlage, durch die seine Mannschaft in der Abschlusstabelle der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) nach der Hauptrunde noch auf Platz neun zurückfiel.

Die Berliner hingegen sind nach 52 Spielen das zweitbeste Team der Liga. "Wir haben eine gute Vorrunde gespielt und sind mit Platz zwei sehr zufrieden", sagte Trainer Uwe Krupp. Mit diesem Ergebnis verbunden ist auch die Qualifikation für die Champions Hockey League in der kommenden Saison. Doch so weit voraus denken sie bei den Eisbären im Moment noch nicht. Der Fokus liegt ganz klar auf den Play-offs, die für die Berliner nach einer spielfreien Woche am 14. März mit einem Heimspiel beginnen. Einer der möglichen Gegner wären dann auch die Bremerhavener, die zunächst allerdings in die Pre-Play-offs gegen die Iserlohn Roosters müssen. Der Sieger aus diesem Duell würde allerdings nur dann auf die Eisbären treffen, wenn sich in der anderen Paarung Wolfsburg nicht gegen Schwenningen durchsetzt. Ansonsten heißt es im Viertelfinale: Eisbären gegen Grizzlys - eine Ansetzung mit der gerade die Berliner Fans sicher gut leben könnten.

Wolfsburg, Iserlohn oder Bremerhaven ist ab 14. März Gegner der Eisbären im Viertelfinale

In Berlin gerieten die dezimierten Fischstädter am Sonntag schon früh in Rückstand, weil sie sich durch Undiszipliniertheiten selbst zusätzlich schwächten. Die Eisbären nutzten das zu zwei Überzahltreffern durch Sean Backman und Frank Hördler in den ersten zehn Minuten. Größerer Widerstand erwartete die Berliner danach nicht, immer wieder konnten sie fast unbehelligt die Scheibe laufen lassen. Im zweiten Drittel führte das zu drei weiteren Treffern, einer durch Mark Olver und zwei durch André Rankel, der mit seinem 5:0 Sven Felski als Berliner Rekordtorschützen in der DEL abgelöst hat.

Selbst das in dieser Saison oft schwache Powerplay der Berliner funktionierte am Sonntag fast perfekt. Als erneut Rankel im letzten Abschnitt sein drittes und nun insgesamt 226. DEL-Tor gelang, war dies gleichbedeutend mit dem vierten Treffer in Überzahl – bei vier Gelegenheiten. Dass Berlin in der Schlussphase bei eigener Unterzahl noch einen Gegentreffer kassierte, war ärgerlich für Torwart Petri Vehanen, ansonsten an diesem Tag aber nur ein kleiner Schönheitsfehler. "Das Powerplay war für uns sehr wichtig heute, das gibt es uns Selbstvertrauen", sagte Rankel später. Natürlich wurde der Kapitän auch nach einem möglichen Lieblingsgegner im Viertelfinale gefragt, aber in diesem Punkt ließ er sich nicht locken: "Es ist egal, gegen wen wir spielen, wir wollen immer gewinnen."

Etwas mehr als eine Woche bleibt den Eisbären, um sich auf ihr erstes Play-off-Spiel vorzubereiten. Angesichts ihrer guten Form derzeit ist es fast ist es ein bisschen schade, dass sie nun erneut eine Pause haben. Gegen ein bisschen zusätzliche Zeit für den letzten Feinschliff hat Trainer Uwe Krupp aber nichts einzuwenden. Und die Nationalspieler Jonas Müller, Frank Hördler und Marcel Noebels dürfen sich in den nächsten Tagen dann endlich auch ein bisschen von ihren olympischen Heldentaten erholen.

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