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  • 31.01.2018
  • von Christoph Dach

Fußball-Bundesliga: Hertha BSC: Langkamp verabschiedet sich

von Christoph Dach

Hände in den Hüften? Wenn überhaupt, dann demnächst wohl in Bremen. Sebastian Langkamp steht vor einem Wechsel zum SV Werder. Foto: dpa

Herthas Innenverteidiger Sebastian Langkamp wechselt zum SV Werder Bremen. Die Ablösesumme soll 2,5 Millionen Euro betragen.

Die Frage klang zunächst unspektakulär, sie war typisch für die Nachbesprechung eines Trainings. Also, Pal Dardai, wo war denn eigentlich Sebastian Langkamp in der Einheit am Mittwochmorgen? „Verletzt ist er jedenfalls nicht“, sagte der Trainer von Hertha BSC – und delegierte das Thema direkt an den Pressesprecher des Fußball-Bundesligisten weiter, der kurz und knackig antwortete: „Bei einem privaten Termin.“

Im Laufe des Vormittags stellte sich dann allerdings heraus, dass Langkamps Termin doch eher beruflicher Natur war. Nach übereinstimmenden Medienberichten ist der Innenverteidiger am Mittwoch bei jenem Klub vorstellig geworden, gegen den sich Hertha am Sonntag noch ein schmeichelhaftes Unentschieden erkämpft hatte: beim SV Werder Bremen. Der abstiegsbedrohte Tabellen-16. ist offenbar zur Überzeugung gelangt, seinen Kader aufrüsten zu müssen: Nach der Verpflichtung des Stürmers Milot Rashica (vormals Vitesse Arnheim) wurde am Mittwochabend auch der Transfer von Langkamp bestätigt. Im Gespräch war eine Ablösesumme in Höhe von 2,5 Millionen Euro.

Aus Berliner Sicht kommt die Personalie einigermaßen überraschend. Es ist nicht lange her, da war Langkamp kaum wegzudenken aus Herthas erster Elf. Der 30-Jährige, im Sommer 2013 vom FC Augsburg gekommen, entwickelte sich in Berlin schnell zu einem der verlässlichsten Bundesliga-Verteidiger; physisch gut, kopfballstark, ruhig, positive Ausstrahlung, unangenehm für jeden Gegner. Langkamps vielleicht größte Stärke war dabei seine Berechenbarkeit, und das ist ausdrücklich positiv gemeint; bei ihm wusste man einfach, was man kriegt. Langkamp spielte selten herausragend, aber er spielte auch nie richtig schlecht oder leistete sich kapitale Fehler. Er war eine fest einplanbare Größe und hatte großen Anteil daran, dass Hertha in der Saison 2015/16 die viertbeste und 2016/17 die fünftbeste Defensive der Bundesliga stellte und gewissermaßen eine neue Berliner Mauer bildete. Angesichts der jüngsten Entwicklungen kann der Wechsel allerdings auch niemanden so recht überraschen.

Zum Ende der Hinrunde war Langkamp schon nicht mehr unumstritten. Sein letztes Spiel von Beginn an bestritt er am 10. Dezember in Augsburg, seitdem saß Langkamp nur noch auf der Bank. Als Innenverteidiger Fabian Lustenberger am Sonntag in Bremen nach 22 Minuten verletzt vom Feld musste, brachte Coach Dardai nicht etwa Langkamp, sondern Jordan Torunarigha. Ein ziemlich eindeutiges Signal.

Langkamp, so heißt es, soll seine Nicht-Berücksichtigung schnell persönlich genommen haben – zumal er sich in den letzten Monaten deutlich in einem Bereich verbessert hat, auf den Coach Dardai gesteigerten Wert legt; in der Spieleröffnung. Die Geschichte aus Bremen führte dann offenbar dazu, dass sich Langkamp, ein reflektierter, ruhiger und angenehmer Zeitgenosse, noch einmal konkret Gedanken über seine sportliche Zukunft gemacht hat. Zu seinem Wechsel sagte er: "Ich hatte eine wirklich gute und spannende Zeit in Berlin und habe mich in dieser Stadt und vor allem bei Hertha BSC sehr wohl gefühlt. Nun hat sich für mich kurzfristig und unerwartet eine neue Perspektive ergeben. Ich bin froh und stolz in den vergangenen viereinhalb Jahren ein Teil der Entwicklung von Hertha BSC gewesen zu sein und bedanke mich bei der ganzen Hertha-Familie, vor allem auch den Mitarbeitern im Hintergrund und wünsche der Mannschaft und dem Verein alles Gute für die Zukunft."

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