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  • 20.03.2017
  • von Philipp Höppner

Major League Soccer: "Cashtillo": FC Dallas zahlt Teil von Ablösesummen an Fans

von Philipp Höppner

Beim FC Dallas konnten sich in letzter Zeit nicht nur die Spieler freuen. Foto: Matthew Emmons/Reuters

Der US-Klub schüttet bei Spielerverkäufen ein Prozent der Einnahmen an seine Dauerkartenbesitzer aus. Die ersten Schecks sind nach dem Transfer von Fabian Castillo bereits angekommen.

Wenn ein guter Spieler einen Verein verlässt, sind die Fans meist enttäuscht, einen Leistungsträger oder Publikumsliebling lässt man schließlich nur ungern ziehen. Das könnte sich bei den Fans des FC Dallas aus der US-amerikanischen Major League Soccer (MLS) bald ändern. Denn bei dem texanischen Klub profitiert neuerdings nicht nur die Vereinskasse von den eingenommenen Ablösesummen, sondern auch die Fans, zumindest sofern sie eine Dauerkarte besitzen. Wie der FC Dallas in einer E-Mail an seine Mitglieder mitteilte, wird ein Prozent der Ablösesumme an die Dauerkartenbesitzer ausgezahlt. “1% Fan Payments” nennt der Klub die ungewöhnliche Aktion. Die ersten Schecks sind schon bei den Dauerkarteninhabern angekommen.

Der kolumbianische Stürmer Fabian Castillo stand bis vor Kurzem noch bei Dallas unter Vertrag. Während der Winterpause wechselte der 24-Jährige für 4 Millionen Dollar in die türkische Süper Lig zu Trabzonspor. Der FC Dallas hat seine Fans in den Sozialen Medien dazu aufgefordert, unter dem Hashtag "#Cashtillo" darüber zu berichten, wofür sie das Geld verwendet haben, oder Fotos zu schicken. Der Verein schlug vor, sich davon ein kühles Bier zu gönnen, sich etwas zu kaufen, was man schon länger haben wolle, oder den Scheck als Sammlerstück aufzuheben. “In Amerika hat Fußball viel Konkurrenz und ist nur Sportart Nummer drei oder vier, hinter Football, Basketball und Baseball”, berichtete Sales Manager Toby Rochau vom FC Dallas. “Wir müssen uns daher immer Aktionen überlegen, um die Sportfans zu interessieren und zu begeistern.”

Die “Fan Payments” gehen auf eine Idee von Clark Hunt zurück. Hunter ist einer der Mitgründer der MLS und Besitzer des FC Dallas. “Hunt hat vieler solcher guten Ideen, bringt sie zu uns und wir überlegen, wie man sie am besten umsetzen kann”, erklärte Rochau.

28.000 Dollar für die Fans

Insgesamt hat der FC Dallas nach dem Castillo-Wechsel 28.000 Dollar an die Fans ausgezahlt. Dass es nicht sogar ein paar Dollar pro Kopf mehr waren, liegt an den Transfervorschriften der MLS. Da Castillo nicht aus der eigenen Jugend stammt, gehen 33 Prozent der Ablösesumme an die Liga-Organisation, Dallas blieben 2,8 Millionen Dollar. Bei Spieler aus der eigenen Jugend ist der Anteil des Vereins an den Einnahmen größer, dann erhält der Klub 75 Prozent. Das teilte der Verein seinen Mitgliedern in der E-Mail ebenfalls mit.

Der FC Dallas hatte im Jahr 2016 im Schnitt 14.000 Zuschauer bei Heimspielen. Zwar veröffentlicht Dallas die genaue Anzahl der verkauften Dauerkarten nicht. Ein Blick auf Twitter und ein Taschenrechner lassen aber vermuten, dass der Klub etwa 5000 Dauerkartenbesitzer hat. Denn pro Sitz sollen 5,42 Dollar ausgezahlt worden sein.

“95% der Fans fanden die Idee super”, sagte Rochau. “Wir haben sehr viel gutes Feedback bekommen und viele Fußball-Fans auf uns Aufmerksam gemacht.” Fabian Castillo hat dank der Aktion einen neuen Spitznamen. Ob sich "Cashtillo" in der Türkei durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. In Dallas werden sie ihn so schnell nicht vergessen.

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