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  • 19.03.2017
  • von Claus Vetter

3:3 in den Play-offs gegen Mannheim: Die Eisbären verlängern die Saison

von Claus Vetter

Marcel Noebels erzielte das entscheidende Tor in der Verlängerung. Foto: imago/Bernd König

Marcel Noebels besiegelt nach 100 Minuten den Eisbären-Sieg im sechsten Viertelfinale gegen die Adler. Am Dienstag entscheidet sich die Serie in Mannheim.

Der Grund dafür, das nach über 100 Spielminuten Eishockey plötzlich Schluss war, klang simpel. Siegtorschütze Marcel Noebels sagte: „Wir haben in der Pause kurz darüber gesprochen, dass wir eine Kleinigkeit ändern wollen im Überzahlspiel. Ich habe dann den Schläger reingehalten und drin war er.“ Das Tor von Noebels zum 4:3 (3:0, 0:2, 0:1/1:0)-Erfolg der Eisbären gegen die Adler Mannheim in der dritten Verlängerung verlängerte auch die Saison der Berliner bis mindestens zum Dienstag. Denn da kommt es in Mannheim nach dem Berliner Marathonspiel vom Sonntag zum größtmöglichen Spektakel: Wer Spiel sieben der Serie „best of seven“ gewinnt, zieht in das Halbfinale um die deutsche Eishockeymeisterschaft ein.

Wie lange ein Eishockeyspiel dauert, das ist in den Play-offs nicht vorhersehbar. Am Sonntag bekamen die 14 008 Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof in jedem Fall viel Spiel für ihr Geld geboten; die Veranstaltung begann um 14 Uhr und endete um 18.20 Uhr. Rekordverdächtig lang war das Spiel zum Berliner 3:3-Serienausgleich aber nicht: In den Pre-Play-offs hatten die Eisbären gegen Straubing sogar noch drei Minuten länger durchgehalten.

Dabei war so ein kräftezehrendes Drama aus Sicht der Eisbären Zeitverschwendung. Seit 2014 hat Mannheim nicht mehr in Berlin gewonnen, in ihren ersten beiden Auswärtsspielen der Serie wurden die Adler in Berlin 3:6 und 1:6 vom Eis gefegt. Aber Mannheims Trainer Sean Simpson hielt trotzdem zunächst an einer defensiven Taktik und dem Team fest, das am Freitag zu Hause 3:1 gegen die Eisbären gewonnen hatte. Im Tor stand wieder Drew MacIntyre anstelle von Nationaltorhüter Dennis Endras.

Die Adler sammelten anfangs Strafen

MacIntyre hatte am Freitag wenig zu tun gehabt, das war am Sonntagnachmittag anders. Schon nach knapp drei Minuten lag der Puck im Tor des Mannheimer Torhüters. Nick Petersen war gehalten worden, die Schiedsrichter hatten nach dem Foul einen Penalty verhängt: Petersen verwandelte ihn lässig, indem er McIntyre den Puck durch die Schoner schob. Im ersten Powerplay erhöhte Noebels auf 2:0 für die Eisbären. Wenig später, ebenfalls im Überzahlspiel, traf Petersen zum 3:0 – es lief alles für die Berliner, die dann aber vom Kurs abkommen sollten.

Acht Zwei-Minuten-Strafen hatten die Adler im ersten Abschnitt gesammelt. Ein Beleg dafür, dass die Mannschaft von Simpson zunächst nicht fair mitspielen wollte. Die Furcht bei den Eisbären musste sein, dass der Gegner im Frust im körperlichen Spiel unangenehmer werden könnte. Eisbären-Stürmer Charles Linglet war sich dessen bewusst und sagte in der ersten Pause: „Wir müssen cool bleiben, uns auf das Spiel konzentrieren und dürfen uns nicht provozieren lassen.“

Genau das aber passierte, Eisbären-Verteidiger Jens Baxmann ließ sich zu einem unnötigen Foul hinreißen und im folgenden Powerplay traf Chad Kolarik gegen Mitte des Spiels zum ersten Mal für die Mannheimer, die nun dank der Eisbären mitspielen konnten. Denn kurze Zeit später verdaddelte wieder einmal Alex Roach wie am schon am Freitag den Puck und Matthias Plachta schoss das zweite Mannheimer Tor.

In der dritten Verlängerung trifft Noebels

Hatten beide Mannschaften in der Pause die Trikots getauscht? Der Verdacht lag nahe, die Adler waren plötzlich das bessere Team und drängten auf den Ausgleich. Die Eisbären stolperten vor dem eigenen Tor herum, den bemitleidenswerten Roach ließ Trainer Uwe Krupp auf der Auswechselbank der Eisbären, deren Spiel sich dann auch im dritten Drittel nicht beruhigte. Plachta gelang acht Spielminuten vor Ablauf der 60 Minuten der Ausgleich in Überzahl, es ging in die Verlängerung. Aber nicht in eine, sondern schließlich in drei.

In der dritten Verlängerung traf Marcel Noebels dann zum Berliner Sieg. Verdient war das, fand er: „Wir waren besser in der Overtime.“ Und besser war das für die vielen jungen Zuschauer in der Halle. Am Montag mussten sie schließlich wieder in die Schule, ein Spiel wie kürzlich in Norwegen, das erst in den Morgenstunden endete, hätten sicher nicht alle Eisbären-Fans durchgehalten. Von den Spielern ganz zu schweigen.

Alles zu den Eisbären lesen Sie in unserem Blog.

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