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Turbine Potsdam

  • 29.01.2018
  • von Peter Könnicke

AOK-Turbine-Hallencup 2018: Der Cup bleibt in der Vitrine

von Peter Könnicke

In gewohnter Manier. Wie im Vorjahr konnten die Nachwuchsspielerinnen im Turnierteam von Turbine Potsdam den Pokal präsentieren. Melissa Kössler (r.) und Marina Georgieva feierten ihren Einsatz auf internationalem Parkett. Foto: Ronny Budweth

Wie im Vorjahr gewann Turbine Potsdam sein internationales Hallenturnier in der MBS-Arena. Das Finale war eine Neuauflage von 2017 - Turbine gegen Sporting Portugal, die beide sich im Turnierverlauf steigerten. Auch dem Gesamtniveau des Cups wurde steigende Tendenz attestiert.

Erfolg ist auch ein Resultat von Spaß an der Sache. Dass den Mateja Zver beim Fußballspielen und vor allem auf dem Hallenparkett hat, war der 29-jährigen Spielerin des SKN St. Pölten bei jeder Aktion während des Internationalen AOK-Turbine-Hallencups am vergangenen Wochenende anzusehen. Ob in Zweikämpfen, beim Torschuss oder erst recht beim Torjubel – die gebürtige Slowenin strahlt Fußballleidenschaft in jeder Situation aus. Im vergangenen Jahr wurde sie zur besten Spielerin des Turniers gewählt, auch diesmal zählte sie zu den auffälligsten Akteurinnen. „Ich mag dieses Turnier in Potsdam“, sagte sie bei ihrer dritten Cup-Teilnahme mit dem österreichischen Meister an der Havel. „Das Niveau ist super und die Stimmung überragend“, attestierte sie dem Budenzauber in der MBS-Arena.

Dessen gestriges Abschluss-Tableau nach 32 Spielen war an der Spitze identisch mit dem des Vorjahres: Gastgeber Turbine Potsdam feierte nach einem 4:1-Finalsieg gegen Sporting Clube de Portugal die Titelverteidigung, Dritter wurde St. Pölten nach einem 2:0 im kleinen Finale gegen Sparta Prag.

Kein Team blieb ohne Niederlage

Als „Festival des europäischen Frauenfußballs in Potsdam“ hatte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) das Turnier eröffnet – und damit recht behalten. Unisono sprachen Spielerinnen und Trainer von einem hohen Niveau, dass sich nach Ansicht von Turbine-Spielerin Jennifer Cramer im Vergleich zu den vergangenen Jahren gesteigert habe. „Alle Mannschaften haben zugelegt“, meinte die 24-Jährige. Tatsächlich hat die Anzahl der knappen Spielausgänge zugenommen, ohne Niederlage überstand keine Mannschaft das Turnier. Mit Prag, St. Pölten, Lissabon und Potsdam standen letztlich zurecht die vier stärksten Teams in den Halbfinals. Wobei sich die späteren Finalisten am zweiten Tag deutlich steigerten.

Jeweils mit einer Niederlage waren Potsdam und Lissabon ins Turnier gestartet. Turbine unterlag Glasgow City mit 1:2 und Sporting gegen Sparta Prag mit 0:4. Auch bei seinem zweiten Gruppenspiel unterlag Sporting. „Das konnte nicht unser Anspruch sein", monierte Teamleiterin Isabel Osario. „Am zweiten Tag haben wir es dann wesentlich besser gemacht und sind verdient ins Endspiel gekommen“, sagte Osario, die Sporting-Chefcoach Nuno Cristóvao vertrat. Der war zuhause geblieben, wo Sporting am gestrigen Sonntag im portugiesischen Pokal spielte. Gegen einen Zweitligisten wollte er die Aufgabe zuhause mit halber Kraft lösen. Die Hälfte seiner Stammspielerinnen hatte er nach Potsdam geschickt: „Wir wollten hier einen Härtetest auf internationalem Level, da wir in den kommenden Woche in der Liga das Spitzenspiel gegen Braga haben", sagte Osario.

Turbine macht international weiter

Das Kräftemessen auf internationalem Niveau schätzt auch Turbine-Cheftrainer Matthias Rudolph – vor allem für seine jüngeren Spielerinnen. Davon hatte er einige im Turnieraufgebot: Nachdem sich im Vorjahr die Youngster Caroline Siems und Gina Chmielinski beim Hallencup in Szene setzen konnten – beide waren auch diesmal dabei –, konnte sich an den vergangenen beiden Tagen U17-Nationalspielerin Melissa Kössler zeigen. Auch Lara Prasnikar und Marina Georgieva durften sich beweisen. „Ich freue mich für sie, dass sie sich am Ende vor einer solch tollen Kulisse auch feiern lassen konnten“, sagte Rudolph.

Gleich doppelt gefeiert wurde Andrea Stašková von Sparta Prag, die mit sieben Treffern beste Torschützin und zudem als beste Spielerin des Turniers ausgezeichnet wurde. Die erst 17-Jährige war zum ersten Mal in Potsdam dabei, während Sparta von der ersten Auflage an quasi zum Turnierinventar gehört. „Diesmal wollten wir unbedingt ins Finale“, verriet Andrea Stašková nach der Siegerehrung die Reiseabsichten an die Havel. Aber Turbine war im Halbfinale gegen Prag – wie auch im Finale – die bessere Mannschaft. Auf eine Revanche muss Sparta jedoch nicht lange warten. In dieser Woche reist Turbine für zwei Testspiele nach Prag – gegen Sparta und gegen Slavia. Die Vorbereitung auf die Bundesliga-Rückrunde geht also auf internationalem Niveau weiter.

+++ Abschluss-Klassement +++

1. Turbine Potsdam
2. Sporting Clube de Portugal
3. SKN St. Pölten
4. AC Sparta Prag
5. Glasgow City FC
6. Gintra Universitetas
7. Gornik Leczna
8. MTK Hungaria

+++ Einzelpreise +++

Beste Torschützin: Andrea Stašková (Prag/7 Tore)
Beste Torhüterin: Klaudia Kowalska (Leczna)
Beste Spielerin: Andrea Stašková (Prag)

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