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  • 26.01.2018
  • von Tobias Gutsche

RSV Eintracht 1949 Teltow/Kleinmachnow/Stahnsdorf: Düstere Aussicht

von Tobias Gutsche

Schwieriger Stand. RSV um Michael Holton ist in akuter Abstiegsgefahr. Foto: B. Feller

Der RSV Eintracht 1949 Teltow/Kleinmachnow/Stahnsdorf spielt bislang seine schlechteste Saison in der 2. Basketball-Bundesliga ProB. Mit Neuzugängen und festem Glauben soll der Abstieg verhindert werden. Das nächste Spiel hat große Bedeutung für die Mission.

Mit der Situation sind sie beim RSV Eintracht 1949 inzwischen vertraut. Das RSV-Basketballteam rangiert momentan in der 2. Bundesliga ProB Nord dort, wo es sich auch schon in jüngerer Vergangenheit stets wiederfand: weit unten im Klassement. Als einziges ProB-Gründungsmitglied ist die Eintracht seit 2007 durchgehend dabei, erlebte zunächst viele Jahre auf gesichertem Level, ehe die Tabellenniederungen zu ihrer gewohnten Umgebung wurden. Seit der Saison 2012/13 musste der Verein aus Teltow/Kleinmachnow/Stahnsdorf bereits viermal in die Abstiegsrunde. Auch während der aktuellen Spielzeit droht wieder dieses Szenario.

Allerdings wirkt es noch etwas düsterer als sonst. Mit bislang erst drei Siegen aus 17 Partien stehen die Brandenburger nämlich so schlecht da wie noch nie – und weil die Hauptrundenpunkte mit in die Playdowns genommen werden, könnte die Hypothek im Kampf um den Klassenerhalt nicht zu stemmen sein. Aktuell beträgt sie acht Punkte, was zwei Zähler mehr sind, als der RSV überhaupt auf dem Konto hat. Den am Ende rettenden drittletzten Platz hat der SC Rist Wedel inne. Und genau der ist am Sonntag zum Kellerduell beim RSV zu Gast (Beginn: 17.30 Uhr/BBIS-Sporthalle Kleinmachnow). „Da brauchen wir auf jeden Fall einen Sieg, um Anschluss zu finden“, betont Vladimir Pastushenko.

"Spielerisch in der Lage, konkurrenzfähig zu sein"

Der sportliche Leiter der Eintracht ist überzeugt, dass die schwierige Mission erfolgreich bestritten wird. Zuversicht ausstrahlen – das sei für die Verantwortlichen wie ihn und Trainer Denis Toroman nun eine ganz wesentliche Aufgabe. „Wir müssen fest daran glauben, damit es auch die Jungs tun. Wir sind spielerisch in der Lage, konkurrenzfähig zu sein. Wir müssen aber eben auch mental die nötige Stärke haben“, sagt Pastushenko, der hinsichtlich des Kampfgeistes bei der Mannschaft keine Probleme sieht. „Da ist alles in Ordnung.“ Vielmehr bereite das Nervenkostüm Sorgen. Wenn Fehler passieren oder der Druck steigt, bekommen die Spieler zittrige Hände, die Truppe wird instabil, verliert ihre Linie. Ein Umstand, auf den der RSV bereits vor Saisonbeginn eingestellt war. Schließlich wurde ein entwicklungsfähiger, aber junger und damit unerfahrener Kader für die ProB-Liga zusammengebaut.

Dass der mittelmärkische Club dort überhaupt wieder am Start ist, hat er dem Lizenzverfahren zu verdanken. Eigentlich war die Eintracht voriges Jahr in die 1. Regionalliga abgestiegen, durfte dann aber doch zweitklassig bleiben, weil einem anderen Team keine Spielberechtigung erteilt wurde. Bereits 2015 geschah dies so. Per Wildcard rückte der RSV nach. Allerdings musste für diese laut Statuten ein niedriger fünfstelliger Betrag als Gebühr gezahlt werden, was angesichts des ohnehin schon kleinsten Etats der Liga von etwa 150.000 Euro nicht unerheblich ist. „Jeder Euro, den wir nicht in Spieler investieren konnten, tat weh“, meint der sportliche Leiter. Noch deutlich schlimmer sei aber der Zeitrahmen gewesen. Erst zwei Monate vor Saisonstart bekam der Verein grünes ProB-Licht. „Da war der Spielermarkt schon fast leer.“

Zwei "Hochkaräter" wurden nachverpflichtet

Aufgrund der dürftigen Ergebnisse wurde Eintracht inzwischen allerdings nochmal im Transfergeschäft tätig. Zunächst erfolgte die Verpflichtung von Luka Kamber, einem Berliner mit kroatischen Wurzeln, dann legten die Clubbosse vor zwei Wochen den Bulgaren Georgi Boyanov nach. Beide Neuzugänge sind Flügelspieler, sollen für Offensivbelebung sorgen und sind, wie Vladimir Pastushenko findet, „zwei Hochkaräter in dieser Liga“. Akteure von dieser Qualität geholt zu haben, sei ein klares Statement: „Hier hat keiner den Klassenerhalt abgeschrieben, sondern wir tun alles dafür, ihn zu schaffen.“ Damit ist das Selbstverständnis des Vereins verknüpft. Pastushenko erklärt mit fester Stimme, dass der RSV in die zweite Liga gehöre, „weil wir einen starken Unterbau haben“. In der U16- sowie U19-Bundesliga mischen die Stahnsdorfer mit. „Wir sind gute Talentförderer und möchten den jungen Spielern ihre Entfaltungsmöglichkeit in der ProB geben.“

Die Youngster und das gesamte Team können dort durchaus eine Bereicherung sein, wie etwa kurz vor Weihnachten deutlich wurde. Da bezwang die Eintracht mit einer herausragenden Leistung den früheren Erstligisten und derzeitigen Tabellenzweiten Artland Dragons. Vladimir Pastushenko: „Wenn wir dieses Niveau erreichen, können wir tatsächlich jeden schlagen.“ Auf den Kontrahenten am Sonntag trifft das jedoch ebenso zu: Wedel brachte voriges Wochenende dem Spitzenreiter FC Schalke 04 die zweite Saisonniederlage bei. Und im Hinspiel gegen den RSV waren die Rand-Hamburger eine Klasse besser, siegten mit 31 Punkten Differenz. 

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