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  • 06.12.2017
  • von Tobias Gutsche

Leistungssport in Potsdam und Brandenburg: Konstanz und Kooperation

von Tobias Gutsche

Es geht voran. Der Schwimmstandort Luftschiffhafen steuert einer Zukunft als Bundesstützpunkt entgegen. Foto: Andreas Klaer

Brandenburg setzt weiter auf seine vielen Landesstützpunkte - 170 dieser Nachwuchssport-Fördereinrichtungen wurden für die nächsten vier Jahre anerkannt. Und derweil wurde auf dem Weg zum Schwimm-Bundesstützpunkt in Potsdam ein Meilenstein gelegt.

Viel wurde in den vergangenen Monaten über Leistungsstützpunkte im Sport diskutiert. Das wird es auch weiterhin. Grund ist die geplante deutsche Spitzensportreform, die für mehr Effizienz beim Trainingsbetrieb auf eine Reduzierung der Bundesstützpunkte abzielt. Brandenburg setzt hinsichtlich seiner Landesstützpunkte hingegen auf Konstanz.

Hohe Landesstützpunktdichte in Potsdam

Anfang dieser Woche haben der Landessportbund (LSB) sowie das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport 170 märkischen Standorten die Anerkennung als Landesstützpunkt bis 2021 erteilt. „Damit bewegen wir uns auf gleich bleibendem Niveau“, sagt LSB-Hauptgeschäftsführer Andreas Gerlach. Die berufenen Einrichtungen, die umfangreiche Unterstützung durch den LSB genießen, stellen die Basis der spitzensportlichen Arbeit in Brandenburg dar. Sie seien „Zentren des leistungsorientierten Kinder- und Jugendsports und bieten eine qualitativ hochwertige, sportliche Ausbildung“, erklärt Brandenburgs Sportministerin Britta Ernst (SPD). „Junge Sportlerinnen und Sportler werden systematisch gefördert und können ihr Talent entwickeln – bis hin zu einer Teilnahme an Junioren-Europa- und -Weltmeisterschaften.“

Rund 5000 Aktive trainieren an den Landesstützpunkten. Sie verteilen sich auf 58 Sportarten, wobei prinzipiell nur olympische Sportarten und Disziplinen der World Games gefördert werden. Die meisten Standorte gibt es im Fußball (19), gefolgt von der Leichtathletik (16) sowie Radsport und Schwimmen (jeweils acht). Besonders hoch ist die Landesstützpunktdichte in der brandenburgischen Hauptstadt. Potsdam führt knapp 15 Prozent der Fördereinrichtungen – es sind 26 Stück: Behindertensport, Bobsport, Boxen, Fechten, Fußball, Gerätturnen weiblich, Rhythmische Sportgymnastik, Gewichtheben, Handball männlich, Hockey, Judo, Kanu-Rennsport, Leichtathletik, Moderner Fünfkampf, Ringen, Rollsport, Rudern, Rugby, Segeln, Schwimmen, Wasserball, Taekwondo, Tauchen, Triathlon, Volleyball weiblich und männlich. Hinzu kommen noch in direkter Nachbarschaft vier mittelmärkische Standorte: Fußball, Handball weiblich (beide Stahnsdorf), Springreiten (Rehbrücke), Tischtennis (Geltow), Wasserski (Caputh).

Von Landes- an die Bundesstützpunkte delegieren

Die Förderstruktur sieht vor, dass die besten Nachwuchsathleten perspektivisch von den Landes- an die Bundesstützpunkte delegiert werden, um dort möglichst die Weiterentwicklung hin zur internationalen Elitespitze zu vollziehen. Auch bei den nationalen Trainingszentren spielt Potsdam eine gewichtige Rolle. Bis Ende 2018 steht die Anerkennung für sieben Sportarten. Auch danach ist laut den aktuellsten Reformideen dieselbe Anzahl geplant – allerdings mit der Änderung, dass Wasserball männlich entfallen, aber Judo hinzukommen soll.

Besonders große Aufregung hatte es um die Zukunft des Potsdamer Schwimm-Bundesstützpunktes gegeben. Viele kontroverse Debatten sorgten für mehrere Wendungen in der Angelegenheit. Zuletzt war die Tendenz eine positive, denn der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) schrieb nochmal die Stelle des leitenden Trainers am Standort aus, womit das klare Signal gesendet wurde, dass Potsdam den nationalen Status erhalten soll. Ende November lief die Bewerbungsfrist ab. Der DSV prüft nun, wer für den Posten infrage kommt.

Nun ist die Kooperationsvereinabrung unterschrieben

Zuvor wurde bereits ein wichtiger Meilenstein gelegt, denn mittlerweile ist die Bundesstützpunkt-Kooperationsvereinbarung zwischen dem DSV und den brandenburgischen Partnern unterschrieben. Das bestätigten LSB-Hauptgeschäftsführer Andreas Gerlach sowie Sylvia Madeja, Präsidentin des Landesschwimmverbandes Brandenburg (LSVBB).

Der LSVBB hatte im März noch abgelehnt, den Vertrag zu unterschreiben, weil Madeja & Co. unzufrieden mit einer Personalentscheidung waren. Der DSV wollte den bereits in Potsdam erfolgreich tätigen Coach Jörg Hoffmann zum Bundesstützpunkttrainer machen. Da sich aber zwischen ihm und anderen Trainern am Luftschiffhafen über Jahre hinweg Differenzen entwickelt hatten, gab es das LSVBB-Veto mit der Bitte um einen externen, unvoreingenommenen Coach für die Führungsrolle. Nach zahlreichen Gesprächen auf sportpolitischer Ebene wurden letztlich Annäherungen der beiden Verbände erreicht. „Wir sind optimistisch, dass es diesmal mit allem klappt, und warten auf die neue Entscheidung des DSV“, meint Sylvia Madeja. Und Andreas Gerlach betont: „Die Unterschrift unter der Kooperationsvereinbarung war ein wichtiger Schritt Richtung Ziel. Der Weg ist geebnet.“ 

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