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VfL Potsdam

  • 04.09.2017
  • von Tobias Gutsche

VfL Potsdam: Anfang ohne Grundstein

von Tobias Gutsche

Sein zweites Saisonspiel ging für Handball-Drittligist VfL Potsdam ebenfalls verloren. Bei der Heimniederlage gegen den DHK Flensborg war das einer schwachen, leidenschaftslosen Leistung in der ersten Hälfte geschuldet. Es gab aber auch Positives abzuspeichern.

Nur bedingt haben die Handballer des Drittligisten VfL Potsdam die Aufgabenstellung ihres Cheftrainers erfüllt. Eine Steigerung im Vergleich zur klaren Derbyniederlage am ersten Spieltag gegen Oranienburg hatte Daniel Deutsch für das Heimduell mit dem DHK Flensborg gefordert. Die Adler schafften es am Samstagabend dann auch tatsächlich, sich zu steigern. Allerdings nicht in Gänze, sondern lediglich auf den Verlauf der vorgestrigen Partie gesehen. Sie begannen schwach, lagen zur Halbzeitpause weit zurück, aber kämpften sich danach heran. Doch es reichte nicht mehr, um das Punktekonto zu füllen. „Dafür hätten wir schon im ersten Durchgang besser sein müssen. Da haben wir das Spiel verloren“, sagte VfL-Regisseur Yannik Münchberger nach der 24:25 (12:18)-Niederlage.

"Speed von den Beinen auch in den Kopf"

Bitter war sie und frustete Daniel Deutsch sichtlich. Als Erster hatte er mit versteinerter Miene und Taktiktafel unter dem Arm den Gang in die Kabine angetreten, wo er allerdings bei der folgenden kurzen Ansprache ans Team das Positive hervorhob, wie er später verriet: „Ich habe zu meinen Männern gesagt, dass sie die letzten 25 Minuten ganz fest im Kopf verankern müssen. Das ist die Art und Weise, mit der wir in so ein Pflichtspiel reingehen müssen.“ Er meinte die Leidenschaft und Emotionalität, die zunächst gefehlt hatten. Stattdessen wirkten die Gastgeber lethargisch. Zu harmlos in der Verteidigung, zu wirkungslos im Angriff. „Da beschäftigen wir uns auch viel mit Taktik oder so einem Kram. Aber das kommt erst am Ende. Vorher müssen wir erstmal unsere Hausaufgaben machen. Das heißt Zweikampfführung und Wille“, sagte der Coach. Das sei der Grundstein. „Wir sind keine Mannschaft, die hier irgendwas von oben runter spielen kann. Das wäre vermessen.“

Schließlich muss sich das neu formierte, junge und zum Teil unerfahrene Team erst noch eine Menge – und darauf liegt die Betonung – erarbeiten. Leicht von der Hand geht den Potsdamern noch nichts. Wie schon in Oranienburg mussten sie hohen Aufwand betreiben, um sich Torgelegenheiten zu schaffen, was auch mit ihrer Konstitution zusammenhängt. Der VfL in der Saison 2017/18 scheint körperlich kein Schwergewicht zu sein. Die Kontrahenten wirken robuster, kräftiger, sind höher gewachsen. Sie kommen aus dem Rückraum zu einfachen Treffern und bilden hinten ein massives Bollwerk. Entsprechend sei Agilität als Gegenmittel notwendig, meinte Deutsch. „Die haben wir eigentlich auch. Wir können aggressiv nach vorne verteidigen und so vor allem Gegenstöße mit einfachen Torabschlüssen rausholen. Der Speed, der in den Beinen steckt, muss nur noch auch in die Köpfe.“

Münchberger ist der neue VfL-Kapitän

Während der zweiten Halbzeit gegen Flensborg gelang dies. Die Abwehr stand mit Angelo Grunz als überzeugendem Rückhalt gut, wie nur sieben zugelassene Tore belegen. „Und dann kamen wir auch ins Tempospiel“, analysierte Yannik Münchberger, dessen Truppe zur Aufholjagd ansetzte und dabei die zuvor eher leisen rund 500 MBS-Arena-Besucher mitriss. Sie sahen in Münchberger, der Nachfolger des in die Handball-Rente gegangenen Robert Weiß als VfL-Kapitän ist, den besten Werfer der Partie. Sechsmal netzte er ein. Die Chance zum siebten und damit Remis bringenden Treffer hatte der 20-Jährige bei der letzten Aktion des Spiels, doch er scheiterte kurz vor Schluss. „Das Unentschieden war drin“, haderte Daniel Deutsch.

Für die anstehende Woche hat er nunmehr zwei neue Aufgaben für sein Team formuliert und hofft auf vollständig befriedigende Umsetzung: Demütig trainieren sowie dann am Samstag beim Auswärtsauftritt in Braunschweig an die Leistung des zweiten Durchgangs vom Flensborg-Match direkt anknüpfen. 

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