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  • 19.04.2017
  • von Tobias Gutsche

Baseball bei den Potsdam Porcupines: Stachelschweine mit Ball und Schläger

von Tobias Gutsche

Werfen, schlagen, fangen, rennen. Baseball ist ein facettenreicher Sport, der in den USA Massen begeistert. In Potsdam wird er seit nunmehr 20 Jahren vom USV betrieben. Foto: Verein/Claus Jordan

Neben Football wird in Potsdam auch durch Baseball amerikanisches Sportflair verbreitet. Letzteres kann bei den Potsdam Porcupines gespielt werden. Baseball, erklären sie dort, ist ein Sport, der den Akteuren viel abfordert.

Es sind die beiden beliebtesten Sportarten der USA: American Football und Baseball. In den Vereinigten Staaten mobilisieren sie Massen – in Deutschland fristen sie hingegen noch eher ein Nischendasein. Zwei Potsdamer Vereine haben es sich zur Mission gemacht, diese sportlichen Aktivitäten rund um die brandenburgische Landeshauptstadt populärer zu machen. Zum einen die Potsdam Royals, die als Football-Zweitligist mittlerweile schon viele Leute in ihren Bann ziehen – zum anderen die Potsdam Porcupines, die seit 1997 als Baseball-Abteilung des Universitätssportvereins das amerikanische Sportflair hier verbreiten.

Niclas Maske ist eine der treibenden Kräfte hinter den Porcupines-Kulissen. Auf rund 50 aktive „Stachelschweine“ – so die Übersetzung des Klubnamen – kann der Marketing- und Presseverantwortliche aktuell verweisen. „Wir haben zuletzt viel Zuwachs bekommen“, erzählt Maske. „Vor allem durch Frauen und Jugendliche.“ Daher können diese Saison erstmals seit Langem eine eigene Mannschaft im Softball – die Damenvariante des Baseball – sowie ein Potsdamer Nachwuchsteam im Ligabetrieb antreten, nachdem zuvor lediglich als Spielgemeinschaften agiert wurde. Außerdem mischen zwei Männertruppen innerhalb der Berlin-Brandenburger Spielklassen mit.

Lifestylegefühl am Spielfeldrand

Die „Erste“ der Porcupines misst sich in der Verbandsliga, der höchsten der Region, und vollzieht am Sonntag den Saisonstart. Für einen Spieltag üblich wird sich dann gleich zweimal hintereinander mit ein und demselben Kontrahenten duelliert. Zum Auftakt empfängt Potsdam die Berlin Dragons im heimischen Ballpark auf dem Uni-Sportgelände Am Neuen Palais (Beginn: 12 und 15 Uhr). „Die Mannschaft hat in den vergangenen Jahren viel Auf und Ab erlebt. Ziel ist der Klassenerhalt. Wir wollen uns stabilisieren und etwas aufbauen, um perspektivisch vielleicht sogar mal den Verbandstitel zu gewinnen“, erklärt Niclas Maske.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Baseball und Football, den US-Sportgiganten, macht er schnell aus: „Beides ist von einem ähnlichen Lifestylegefühl geprägt. Für Zuschauer geht es darum, einen schönen Nachmittag zu verbringen. Es wird gequatscht, es gibt etwas zu trinken, Burger, Hotdogs oder Pulled-Pork-Sandwiches werden gegessen.“ Rein sportlich tendieren die Disziplinen jedoch auseinander. „Football ist vor allem Action. Bei uns ist es geruhsamer, aber nicht weniger spannend“, meint der 27-Jährige. Zwei Mannschaften stehen sich beim Baseball gegenüber. Die Verteidigende bringt einen Ball per Wurf ins Spiel, der vom Offensivteam mit einem Schläger retourniert wird, woraufhin die Angreifer über vier Male (Bases) hinweg laufen müssen, um Punkte zu sammeln. Auf ihrem Weg können sie gestoppt werden, indem die Defensive den Ball zu dem entsprechenden Mal befördert, bevor der Läufer dort ankommt. Vielen dürfte das Prinzip als Brennball aus dem Schulunterricht bekannt sein.

Potsdamer Baseball feiert 2017 Jubiläum

„Es ist ein sehr umfangreicher Sport“, sagt Maske. „Er erfordert Weitblick für die Situation, taktisches Geschick, eine gute Auge-Hand-Koordination, Kraft, Schnelligkeit, Konzentration und Geduld.“ Nie passiere das Gleiche, man müsse sich immer auf etwas Neues einstellen, erläutert der Mitgestalter der USV-Abteilung, die am 22./23. Juli ihr 20-jähriges Jubiläum im Rahmen der Eastside-Games feiern wird. Jenes Turnier mit überregionaler Beteiligung steigt bereits zum dritten Mal. Es ist ein Event, durch das die Porcupines versuchen, den Baseball in Potsdam und Umgebung ein bisschen aus seiner Nische zu holen.

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