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  • 18.04.2017
  • von Peter Könnicke

Gehen in Potsdam: Es geht doch weiter

von Peter Könnicke

Für das internationale Gehen sollte eine Reform des Wettkampfprogramms beschlossen werden. Dagegen wehrten sich die Athleten mit einer großen Petition, an der sich auch Potsdamer beteiligten. Dieser Protest zeigte nun erfolgreich Wirkung.

Die auch von Potsdams Gehern unterzeichnete Petition zum Erhalt der beiden olympischen Wettbewerbe über 50 und 20 Kilometer ist erfolgreich. Der Internationale Leichtathletikverband (IAAF) hat seine Reformpläne ausgesetzt, das 50-Kilometer-Gehen ersatzlos zu streichen und die 20 Kilometer in die Halbmarathon-Distanz umzuwandeln. Bis zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio bleiben beide Disziplinen im Programm.

Leidenschaftliches Plädoyer eines US-Anwalts

Mehr als 9500 Unterstützer hatten innerhalb weniger Tage eine Petition des australischen Gehers Chris Erickson unterzeichnet – darunter die Potsdamer Olympia-Teilnehmer von Rio Christopher Linke, Hagen Pohle und Nils Brembach. Im PNN-Interview hatte Pohle vor allem kritisiert, dass die IAAF die Reform hinter den Rücken der Athleten beschließen wollte. Auf einer Tagung des IAAF am vergangenen Donnerstag hat die Mehrheit der Council-Mitglieder schließlich die vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) initiierten Änderungspläne abgelehnt und war stattdessen einem Appell des italienischen Olympiasiegers Maurizio Damilano (Gold 1980 in Moskau) gefolgt, das Gehen in seiner jetzigen Form zu erhalten.

Entscheidenden Anteil am Erfolg des Protestes hatte zudem der US-amerikanische Anwalt für Strafrecht und Hobby-Geher Paul DeMeester, der auf eigene Kosten zum IAAF-Council nach London flog, sich ins Tagungshotel einbuchte und ein leidenschaftliches Plädoyer für die Weiterführung der klassischen Geh-Wettbewerbe hielt. 

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