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  • 18.04.2017
  • von Tobias Gutsche

Brandenburger Handball: Vom Direktor zum Präsidenten

von Tobias Gutsche

Mit dem Handball verbunden. Der Ex-Sportschulleiter Klaus-Rüdiger Ziemer spielte selbst und war auch Coach. Foto: Tobias Gutsche

Ende Januar war Klaus-Rüdiger Ziemer als Leiter der Sportschule Potsdam in den Ruhestand verabschiedet worden. Nun hat er eine neue Herausforderung vor Augen. Der 65-Jährige möchte den Vorsitz im Handball-Verband Brandenburg übernehmen.

An jenem Ort, wo für Klaus-Rüdiger Ziemer am 27. Januar 2017 eine Ära endete, soll nun fast exakt drei Monate später ein neuer Abschnitt in seinem Leben beginnen. Am übernächsten Samstag, dem 29. April, stellt sich der 65-Jährige beim Verbandstag des Handball-Verbandes Brandenburg (HVB) in der Mensa der Sportschule Potsdam zur Wahl als Präsident. Ab 1996 hatte der Pädagoge die Potsdamer Eliteschule geleitet, ehe er Anfang dieses Jahres feierlich in den Ruhestand verabschiedet worden war.

Vor seinem Abtreten als Direktor berichtete Klaus-Rüdiger Ziemer im PNN-Gespräch bereits von einigen Anfragen zur Ausübung eines Ehrenamts. In der aktuellen Ausgabe der Brandenburgischen Handball-Rundschau, dem offiziellen Mitteilungsblatt des Verbandes, erklärte Ziemer nun, dass der HVB in Person von Ehrenpräsident Wolfgang Hartisch auf ihn zugegangen sei und sich erkundigt habe, ob er den Vorsitz übernehmen wolle. Der bisherige HVB-Chef Olaf Ermling war Ende 2016 zurückgetreten. „Ich habe mich lange damit beschäftigt. Die Sportart Handball ist eine, die mir viel gegeben hat. Und wenn einer viel bekommen hat, dann soll er auch etwas zurückgeben. Das ist im Prinzip mein Motiv“, so der aus Sachsen-Anhalt stammende Ziemer, der einst selbst Handball spielte und als Trainer agierte. Er war auch eine der treibenden Kräfte, die dafür sorgten, dass der Männer-Handball ins Förderspektrum von Potsdams Sportschule aufgenommen wurde. Durch diesen Schritt gewann vor allem der auf eigene Talente setzende VfL Potsdam an Stärke – es genossen dabei Spieler wie Fabian Böhm und Fabian Wiede eine sehr gute Grundausbildung, die sie später zu Erstligisten und ins deutsche Nationalteam führte.

Gute Balance zwischen Leistungs- und Breitensport

Die Entwicklung des Brandenburger Handballs, der momentan sowohl bei den Männern als auch Frauen nicht über die 3. Liga hinauskommt, bezeichnet Ziemer als „sehr ambivalent“. Er sagt: „Vor 20 Jahren dachte ich, man könnte im Leistungssport in deutlich höhere Regionen steigen. Inzwischen ist das Dreieck Leipzig-Magdeburg-Berlin ein richtiges Bermudadreieck, wo man nur zuliefern kann. Dennoch denke ich, dass im Bereich des männlichen Leistungssports Brandenburg in die 2. Liga muss, egal mit welchem Verein.“ Der VfL Potsdam und Oranienburger HC sind die Kandidaten – sie zählen zu den Spitzenmannschaften der 3. Liga Nord. Im weiblichen Bereich – Altlandsberg und der einstige deutsche Meister aus Frankfurt (Oder) sind hier drittklassig – müsse man sehen, „wie weit es geht“, meint HVB-Präsidentschaftsanwärter Klaus-Rüdiger Ziemer.

Für ihn ginge es in der neuen Funktion trotz seiner Vorgeschichte als Leiter einer Eliteförderschule allerdings nicht vorrangig um die Belange der besonders ambitionierten Vereine, verspricht er. Stattdessen müsse es in der Ausrichtung des HVB, der mit rund 12.300 Mitgliedern der viertgrößte märkische Sportverband ist, eine gute Balance zwischen Leistungs- und Breitensport geben. 

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