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  • 12.06.2013
  • von Jan Kixmüller

Expansion in Richtung Stadt

von Jan Kixmüller

Auf dem Telegrafenberg wurde am Dienstag am Deutschen GeoForschungsZentrums das 4,9 Millionen Euro teure „Helmholtz-Laboratorium für die Geochemie der Erdoberfläche“ eröffnet. Die Erweiterung des Forschungsstandortes geht weiter

Templiner Vorstadt – Die Erweiterung des Deutschen GeoForschungsZentrums in Potsdam (GFZ) geht in zügigen Schritten voran. Am Dienstag wurde das neue „Helmholtz-Laboratorium für die Geochemie der Erdoberfläche“ (Helges) auf dem Telegrafenberg eröffnet. Das 4,9 Millionen Euro teure Kernstück eines bundesweiten Forschungsnetzwerkes ermöglicht ultrapräzise physikalische Verfahren zur genauen Analyse der geochemischen Prozesse der Erdoberfläche.

Wie Stefan Schwartze vom administrativen Vorstand des GFZ den PNN sagte, sollen in Kürze auch bestehende Neubauten des Forschungszentrums im Südteil des Telegrafenbergs vergrößert werden. Baubeginn soll bereits im August sein. Zudem seien die Räume des Landesumweltministeriums in unmittelbarer Nähe des GFZ den Geforschern nun fest zugesagt. Dort müsse nur noch der Umzug des Ministeriums abgewartet werden. Hintergrund der Erweiterungen ist die akute Raumnot des nationalen Forschungszentrums, das seit 1992 seine Mitarbeiterzahl von 280 auf 1116 nahezu vervierfacht hat. In den vergangenen Jahren musste das GFZ, das über einen Jahresetat von über 86 Millionen Euro verfügt, mehrere über die Stadt verteilte zusätzliche Räumlichkeiten anmieten.

Bis zu 1200 Mitarbeiter soll laut GFZ-Vorstand Reinhard Hüttl die Zielgröße sein. Durch die aktuellen Erweiterungen will man zum einen die große Enge in den Büros und Laboratorien entzerren, zum anderen soll das Personal wieder an einem Standort zusammengeführt werden, erklärte Stefan Schwartze. Im Gespräch seien dazu auch Neubauten im Umfeld des derzeitigen Landtagsgebäudes, vornehmlich im südlichen Teil des Areals. In die ehemalige Reichskriegsschule selbst wollen die Forscher allerdings nicht einziehen. Ziel sei es, die Expansion des GFZ vom Telegrafenberg aus in Richtung Stadt voranzutreiben.

Auch Brandenburgs Wissenschaftsministerium Sabine Kunst (parteilos) stellte zu der Laboreröffnung gestern fest, dass zur Beseitigung der Raumnot weiterer Handlungsbedarf bestehe. Sie sagte den Wissenschaftlern dazu die weitere Unterstützung durch das Land zu. Der Telegrafenberg hat eine international bedeutende Rolle in der Erforschung des Erdsystems. Neben Geoforschern arbeiten hier auch Klima-, Polar- und Meeresforscher. Mit insgesamt rund 1500 Mitarbeiter in ihrem Umfeld zählen die Institute zu den wichtigsten Arbeitgebern in der Stadt. Auch das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und die Potsdamer Zweigstelle des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung werden laut Ministerin Kunst in Kürze Erweiterungen in Angriff nehmen. „Die Gebäude sprießen hier wie Pilze aus dem Boden“, sagte Kunst. Was nicht immer einfach sei, da die Planungen in enger Abstimmung mit Landschafts- und Denkmalschutz erfolgen müssen. Am GFZ ist nach wie vor auch eine Bodenstation für das europäische Satellitennavigationssystem Galileo geplant, zurzeit liegen die Pläne wegen der zögerlichen Förderung des Projektes durch die EU allerdings auf Eis.

Die Institute des Telegrafenbergs tragen zunehmend auch zur Forschungsaktivität der Hochschulen der Region bei. Allein mit der Potsdamer Uni gibt es am GFZ zehn gemeinsame Berufungen, ebenso viele gemeinsame Forschungsprojekte laufen, mit weiteren Hochschulen gibt es noch 13 gemeinsame Professuren. Das neu eröffnete Hightech-Labor ist deutschlandweit das einzige seiner Art. Kunst bezeichnete es als weiteren Schrittt zur internationalen Sichtbarkeit des GFZ. „Mit diesen neuen Techniken verfügen wir über eine weltweit erstklassige Ausrüstung zur Vermessung der Prozesse der Erdoberfläche“, ergänzte GFZ-Chef Hüttl.

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