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  • 13.03.2018
  • von Valerie Barsig

Schulen in Potsdam: Potsdam bekommt Sonderstatus in Montessori-Landschaft

von Valerie Barsig

Geldsegen. Die ILB hat das Schulzentrum Am Stern gefördert. Die Bilanz der Förderbank stellten Landesfinanzminister Christian Görke (l.) und ILB-Vorstandschef Tillmann Stenger (r.) vor. Gastgeber waren Coubertin-Schulleiterin Anke Bahr und Simon Friedrich-Raabe, der stellvertretende Schulleiter der Montessori-Oberschule. Foto: S. Gabsch

Die Förderbank ILB investiert 1,6 Milliarden Euro in Brandenburg. Auch die Stadt bekommt Geld.

Potsdam - 1000 Kinder werden im Schulzentrum Am Stern einmal lernen. Das Richtfest auf der größten Schulbaustelle in Potsdam hat im Januar bereits stattgefunden, ab dem kommenden Schuljahr soll es losgehen. 120 Lehrer stehen den künftigen Montessori-Schülern am Standort der zweiten staatlichen Montessori-Schule der Stadt von der ersten Klasse bis zum Abitur zur Verfügung. Potsdam bekommt damit einen Sonderstatus in der Montessori-Landschaft. Denn bundesweit sind die meisten Schulen mit dieser Pädagogik Privatschulen.

35,3 Millionen Euro investiert die Stadt Potsdam in den Standort, acht Millionen Euro stammen aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (Kip) der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB). Zur Verbesserung der Schulinfrastruktur sagte die ILB im vergangenen Jahr insgesamt 35 Millionen Euro für 28 Vorhaben zu – darunter auch das Schulzentrum Am Stern. Das teilten am gestrigen Montag auf der Bilanzpressekonferenz der Bank in der Coubertin-Schule Brandenburgs Finanzminister und ILB-Verwaltungsratschef Christian Görke (Die Linke) und ILB-Vorstandsvorsitzender Tillmann Stenger mit. Mit dem Geld wird neben dem neuen Gebäude des Komplexes auch der Bau der Vierfeldsporthalle finanziert. Die Halle soll im Sommer fertig werden.

Investitionsvolumen auf Rekordniveau

Die Oberschule „Pierre de Coubertin“ ist mit dem neugebauten Schulkomplex verbunden. In den noch unsanierten Räumen der Coubertin-Schule werden ab Sommer vier siebte und zwei elfte Klassen mit dem Unterricht beginnen. Denn der neue Komplex steht erst ab dem Sommer 2020 zur Verfügung. Die Coubertin-Schule nimmt keine neuen Schüler mehr auf und läuft aus.

Die ILB, die im vergangenen Jahr in ihren neuen Standort am Hauptbahnhof eingezogen ist, sagte 2017 insgesamt 1,6 Milliarden Fördermittel im Land zu. Das ist im Vergleich zu knapp zwei Milliarden Euro im Jahr 2016 weniger – denn damals wurden dem Flughafen BER Fördermittel von 571 Millionen zugesagt.

Das Investitionsvolumen liege mit 2,9 Milliarden Euro allerdings auf Rekordniveau. Finanzminister Görke zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden. „Das freut mich als Finanzminister, weil die Investitionen Arbeitsplätze sichern.“ Dass das Geld in Projekte wie das Schulzentrum Am Stern fließe, begrüße er. „Die Investitionen erhöhen die Chancengleichheit und verbessern die Bedingungen für die Schüler vor Ort.“ Auch der stellvertretende Schulleiter der Montessori-Oberschule, Simon Friedrich-Raabe, zeigte sich zufrieden. „Potsdam braucht neue Schulen und hier wird Geld in die Zukunft investiert“, sagte er.

161 Vorhaben in Wirtschaft, Innovation und Infrastruktur

161 Vorhaben in den Bereichen Wirtschaft, Innovation und Infrastruktur hat die ILB im vergangenen Jahr in der Region Nord gefördert. Zur Region Nord gehören neben Potsdam auch die Landkreise Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming. Die größte Förderung bekam mit 18,9 Millionen Euro das Potsdamer Bergmann-Klinikum. Laut einer Klinikumssprecherin soll das Geld für die kommenden Jahre in die Instandhaltung der Gebäude und Sanierungen gesteckt werden, außerdem in den Ausbau der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie, sowie für die Aufstockung des Klinikums auf neun Etagen.

Weitere Nutznießerin der Förderungen ist die Wirtschaftsförderung des Landes Brandenburg, die mit 13,8 Millionen Euro Wirtschaftscluster in der Hauptstadtregion fördern will. Auch der Bau der dreizügigen Grundschule im Potsdamer Norden hinter der Roten Kaserne mit Hort und Zweifeldturnhalle wird von der ILB gefördert – mit insgesamt 7,7 Millionen Euro.

„Bei uns sind bereits über 220 Anträge eingegangen"

Neben der Stadt bekommt auch Potsdams Universität Geld für ihre Forschungsinfrastruktur. 6,6 Millionen Euro fließen in den Neubau des Zentrums für Naturstoff-Genomik und weitere sechs Millionen Euro in das Forschungs- und Technologiezentrum Earth & Environment Centre (EEC). Beide sollen in einen Neubau unter einem Dach am Campus Golm. 90 Arbeits- und Büroräume sind geplant, Gruppenarbeitsräume für die Forscher sowie Labore für Computer, chemische Versuche und Geotechnik.

Mit 600 000 Euro wurde im vergangenen Jahr auch das Regionalmanagement des Media Tech Hubs gefördert. Bei der Initiative haben sich Unternehmen, Startups und Institutionen aus den Bereichen Medientechnologie, Virtual Reality, Digital Engineering, Film, Wissenschaft und Forschung in Potsdam zusammengetan. Dazu gehören unter anderem das Landeswirtschaftsministerium, die Fachhochschule Potsdam, der Filmpark Babelsberg, die Filmuniversität Konrad Wolf und das Hasso-Plattner-Institut. Gemeinsam sollen die interdisziplinäre Zusammenarbeit und Vernetzung am Standort vorangetrieben und digitale Vorzeigeprojekte der Branche entwickelt werden.

Kita- und Schulinfrastruktur stehe auch für dieses Jahr auf dem Förderplan, sagte ILB-Vorstandsvorsitzender Stenger gestern. „Bei uns sind bereits über 220 Anträge eingegangen, die dieses Jahr bewilligt werden sollen.“ Allein 20 Millionen Euro sollen in Kitas im Land fließen. Ein weiterer Schwerpunkt soll die Wohnungsbauförderung sein. Insgesamt plane man ein Neuzusagevolumen von 1,4 Milliarden Euro.

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Hintergrund:

Die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) unterstützt das Land bei struktur- und wirtschaftspolitischen Aufgaben. Die Bank betreut Förderprogramme des Landes in den Bereichen Wirtschaft, Arbeit, Infrastruktur und Wohnungsbau. Außerdem bewilligt die ILB Mittel der Europäischen Union aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die

Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER). Die ILB ist dabei im Auftrag der Landesministerien zuständig. Die Bank hat seit ihrer Gründung im Jahr 1990 laut eigenen Angaben 40 Milliarden Euro für das Land zugesagt und so Investitionen in Höhe von rund 79 Milliarden Euro angeschoben. 

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