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  • 11.01.2018
  • von Henri Kramer

Proteste bei Neujahrsempfang in Potsdam: „Nazis raus“: Vermummte treten AfD-Referenten auf Uni-Campus

von Henri Kramer

Foto: J. Kixmüller

Bei den Anti-AfD-Protesten zum Neujahrsempfang der Universität in Potsdam haben zwei Unbekannte einen Referenten der AfD attackiert.

Potsdam/Babelsberg - Unbekannte Vermummte haben während des Neujahrsempfangs der Universität Potsdam einen Referenten des AfD-Landtagsabgeordneten Steffen Königer attackiert und leicht verletzt. Das bestätigte Königer am Donnerstag auf PNN-Anfrage. Nach dem Angriff unter „Nazis Raus“-Rufen habe sein Mitarbeiter Denis P. mit seinem Auto die Flucht ergriffen. „Ich empfinde es als vielsagend, dass man es erneut mit sogenannten Toleranten zu tun hat, die drinnen Gewaltfreiheit predigen, aber draußen unerkannt treten“, sagte Königer, der auch von einer „rotlackierten SA“ sprach.

Auf den Vorfall hatte die Polizei am Donnerstag in einer Mitteilung hingewiesen, aber ohne darin Details wie den politischen Hintergrund zu erwähnen. Erst auf Nachfrage sagte ein Sprecher, auch die Staatsschutz-Abteilung sei in die Ermittlungen einbezogen. Zur Sache hieß es, der 44 Jahre alte Referent habe gegen 17.30 Uhr die Polizei alarmiert. Er sei von zwei unbekannten Männern verletzt worden, als er gerade das Campusgelände der Universität in Babelsberg verlassen wollte. Die beiden Vermummten hätten ihn aus einer Personengruppe heraus attackiert und mit dem Fuß gegen den Oberschenken getreten. Anschließend flüchteten sie unerkannt über den Campus in Richtung Berlin, so die Polizei in ihrer Mitteilung. Der Angegriffene habe zwar über Schmerzen im Bein geklagt, eine medizinische Versorgung sei aber nicht erforderlich gewesen. Die Polizei ermittle zu einer gefährlichen Körperverletzung.

Schon während des Neujahrsempfangs hatten rund 50 Studenten und Aktivisten protestiert, dass Uni-Präsident Oliver Günter auch die AfD zu dem Empfang eingeladen hatte. Dieser hatte sich von der rechtspopulistischen Partei eindeutig distanziert. Dennoch sei ihm wichtig auf einem akademischen Campus allen das Recht freie Rede einzuräumen: „Auch denen, denen man nur ungern zuhört.“

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