21.05.2018, 22°C
  • 08.12.2017
  • von Jana Haase

Neubau an der Breiten Straße: Siebengeschosser mit Dachterrasse

von Jana Haase

Hochhaus zwischen Hochhäusern. Die Wohnungen in dem Neubau an der Breiten Straße sollen ab Juni 2018 bezugsfertig sein. Die AOC investiert 16,5 Millionen Euro. Das Haus ist bereits im Mai an den Spezialfonds der HPG Capital verkauft worden. Foto: Andreas Klaer

In der Breiten Straße wurde das Richtfest für Neubau am Markt-Center gefeiert. Die Wohnungen sollen ab Juni 2018 bezugsfertig sein. Die unteren Geschosse sollen in einem "warmen Braunton" gehalten sein.

Potsdam - Vor 50 Jahren lag das Gelände noch in der Havel, jetzt entsteht dort ein Siebengeschosser: Am gestrigen Donnerstag wurde auf der Baustelle an der Ecke Breite Straße und Schopenhauerstraße Richtfest gefeiert. 16,5 Millionen Euro investiert die Magdeburger Firma AOC Immobilien AG in den Neubau mit insgesamt 4921 Quadratmetern Mietfläche. Im Erdgeschoss und in der ersten Etage sind Gewerbe- und Büroräume vorgesehen, in den restlichen Etagen 50 Zwei- bis Vierzimmerwohnungen. Im März hatten die Bauarbeiten begonnen, bezugsfertig sollen die Wohnungen ab Juni 2018 sein, hieß es gestern.

Auch die Vermietung über die Potsdamer Firma Correct Immobilien hat bereits begonnen. Die Preise reichen dabei von 694 Euro Nettokaltmiete für eine Zweizimmerwohnung mit 56 Quadratmetern und Balkon bis zu 1 760,40 Euro Nettokaltmiete für eine Dreizimmeretagenwohnung mit Dachterrasse und gut 130 Quadratmetern, wie auf der Webseite des Unternehmens nachzulesen ist.

Architektonisch schwieriges Umfeld

Über die Entwicklung der Brache hatte es in Potsdam jahrelang Diskussionen gegeben. Frühere Investoren sahen sich mit ihren Entwürfen starker Kritik ausgesetzt. Die AOC erwarb das Areal vor drei Jahren, wie Vorstand Till Schwerdtfeger auf dem Richtfest sagte. Von der Lage des Grundstücks sei man gleich begeistert gewesen – auch wenn es damals noch „als Parkplatz missbraucht“ worden sei und das benachbarte Markt-Center architektonisch „auch nicht das Nonplusultra“ darstelle. Es ist das erste Projekt der AOC in Potsdam und soll nicht das letzte bleiben, sagte Schwerdtfeger. „Wir sind vom Standort Potsdam absolut überzeugt“, betonte er.

Bei den Entwürfen für das Haus, das sich nach oben hin etwas verjüngt – der Mittelteil ist fünfgeschossig, die zwei flankierenden Flügelbauten siebengeschossig, wobei das siebente Geschoss zurückgesetzt ist –, habe man mit der Stadtplanung und dem Potsdamer Gestaltungsrat zusammengearbeitet, sagte AOC-Architektin Anja Koch den PNN. Dabei sei Wert darauf gelegt worden, dass das Gebäude dem Nachbau der Garnisonkirche wenige Hundert Meter weiter keine Konkurrenz mache. Man habe sich daher für eine dezente Farbgestaltung entschieden. Die unteren beiden Geschosse sollen einen warmen Braunton und Steinoptik erhalten, die oberen Geschosse eine Putzfassade in einem helleren Ton.

Bei den Bauarbeiten sei man auch auf ein Stück Geschichte gestoßen, sagte die Architektin: Im Boden wurden Reste einer alten Hafenanlage gefunden – ein kleines Mauerstück, das fachgemäß dokumentiert worden sei. Das Gelände hatte noch lange zur Neustädter Havelbucht gehört. Deren nordöstlicher Teil wurde erst in den 1970er-Jahren zugeschüttet – um die Breite Straße in Richtung Zeppelinstraße zu verlängern. 

Social Media

Umfrage

Die Einengung der Zeppelinstraße in Potsdam hat im Zuge der Dieseldebatte bundesweit Interesse geweckt. Ist die Maßnahme nötig, um ein Dieselfahrverbot in Potsdam zu verhindern? Stimmen Sie ab!