16.12.2017, 3°C
  • 07.12.2017
  • von Valentin Lepke

Obdachlose in Potsdam: Spende für wärmere Nächte

von Valentin Lepke

300 bis 400 Obdachlose gibt es in Potsdam. Besonders im Winter sind sie in einer prekären Lage. Foto: Bodo Marks/dpa

Der Winter kommt, die Temperaturen erreichen die Minusgrade und doch werden zumindest einige der laut Angaben rund 300 bis 400 Obdachlosen in Potsdam es in den nächsten Wochen vermutlich etwas wärmer haben.

Potsdam - Denn am gestrigen Mittwoch übergab der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) 80 neue Schlafsäcke sowie ebenfalls 80 originalverpackte Isomatten an die Wohnungsnothilfe Potsdam, an Creso Streetwork Potsdam und an die Volkssolidarität. „Damit hoffen wir, die prekäre Lage von Obdachlosen in Potsdam vorerst etwas entspannen zu können“, sagte Jürgen Haase, Landesgeschäftsführer des ASB, bei der Übergabe.

Die Spende ist Teil einer bundesweiten Aktion in Kooperation mit dem Outdoor-Ausrüster Globetrotter, der die Schlafsäcke und Isomatten 75 Prozent günstiger zur Verfügung stellte. In ganz Deutschland werden im Rahmen der Aktion laut ASB insgesamt je 4000 Säcke und Matten verteilt. In Brandenburg hätte sich Haase zufolge vor allem der ASB-Ortsverband Nauen sehr engagiert.

Mitarbeiter kennen ihre Kunden

An die Bedürftigen verteilt werden die Spenden von den Mitarbeitern in den jeweiligen Anlaufstellen der drei Einrichtungen. Die Mitarbeiter vor Ort würden ihre Klienten eben besser kennen und wissen, „wer das nicht an der nächsten Ecke vertickt“, sagte ASB-Landeschef Hasse und schmunzelte.

Besonders wichtig seien solche Spenden vor dem Hintergrund, dass die Zahl der Obdachlosen auch in Potsdam stetig ansteige, sagte Peter Müller, Chef der Suppenküche und der Kleiderkammer der Potsdamer Volkssolidarität. Erst vergangene Woche feierte die Einrichtung wie berichtet ihr 20-jähriges Jubiläum. „Es kommen immer mehr Menschen aus Osteuropa, auch aus den Balkanländern zu uns. Aber auch die Zahl der bedürftigen Deutschen hat spürbar zugenommen“, so Müller.

Schuhe ebenfalls benötigt

Entsprechend groß sei derzeit auch die Nachfrage nach warmer Kleidung in der Kleiderkammer der Volkssolidarität. „Wenn etwas da ist, ist es auch gleich wieder weg“, bestätigt Müller. Besonders gefragt sei derzeit Winterkleidung wie Handschuhe, Mützen, Schals und Winterjacken. Ebenfalls dringend benötigt würden Schuhe der Größe 43, sagte Müller.

Besonders erfreut zeigte sich der Chef der Potsdamer Volkssolidarität über die „große Spendenbereitschaft der Potsdamer“. Spenden könnten täglich außer am Neujahrstag von 8 bis 14 Uhr abgegeben werden. Die Kleiderkammer befindet sich wie die Suppenküche im Bürocontainer II auf dem Gelände der Stadtverwaltung in der Friedrich-Ebert-Straße 79/81.

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