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  • 04.12.2017
  • von Rochus Görgen
Update

Paketbombe in Potsdam: Noch fehlt die heiße Spur

von Rochus Görgen

In der Kantstraße/ Ecke Roseggerstraße soll das verdächtige Paket abgegeben worden sein, das am Freitag an eine Potsdamer Apotheke am Weihnachtsmarkt gesendet wurde. Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Bei der Fahndung nach dem DHL-Erpresser gibt es zwar viele Hinweise, noch fehlt der Polizei aber die heiße Spur. Allein in Potsdam gingen zehn Hinweise auf verdächtige Pakete ein.

Bei der Fahndung nach dem DHL-Erpresser hat die Potsdamer Polizei bereits zwei Dutzend Hinweise erhalten. Eine heiße Spur sei aber noch nicht darunter, teilte ein Polizeisprecher am Montag mit. Die nach der Auslieferung einer Paketbombe an einen Apotheker am Potsdamer Weihnachtsmarkt gebildete Sonderkommission "Quer" wurde auf inzwischen rund 50 Mitarbeiter aufgestockt.

Der oder die Erpresser verlangen von der Pakettochter der Deutschen Post mehrere Millionen Euro und drohen mit weiteren Bomben. Am Freitag war die Paketbombe am Weihnachtsmarkt auf der Brandenburger Straße von Spezialisten der Polizei unschädlich gemacht worden. Bereits Anfang November ging eine ähnliche Bombe bei einem Online-Versandhändler in Frankfurt (Oder) in Flammen auf.

Zahlreiche Bürger meldeten am Montag verdächtige Pakete - allein das Potsdamer Polizeipräsidium zählte zehn. In allen Fällen hätten sich die Herkunft und der Inhalt aber klären lassen, ohne dass Spezialisten der Polizei anrücken mussten, sagte die Sprecherin.

Schwere Verletzungen möglich

Polizei und Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) hatten die Bevölkerung gebeten, beim Empfang von verdächtigen Paketen sehr vorsichtig zu sein. Im Zweifel solle auf jeden Fall die Polizei informiert werden. Die Paketbomben könnten zu schwersten Verletzungen oder sogar zum Tod führen.

Neben den Hinweisen gingen bei der Polizei auch zahlreiche Anrufe besorgter Bürger ein, die sich grundsätzlich informieren wollten, sagte ein Sprecher. Dafür solle das Hinweistelefon aber nicht genutzt werden.

Fehlalarm in Gransee

Allerdings sind nun auch Fehlalarme möglich. So ging etwa bei der Bußgeldstelle der Polizei in Gransee im Norden von Berlin ein verdächtiges Paket ein, wie die Polizei per Twitter mitteilte. Das Gebäude sollte evakuiert werden. Der Tweet wurde allerdings wenig später wieder gelöscht. Es habe sich um einen Fehlalarm gehandelt, sagte eine Sprecherin. Im Paket befand sich nur ein Christstollen.

Auch in der Thüringer Staatskanzlei in Erfurt ging ein verdächtiges Paket ein. Es sei von der Polizei sichergestellt worden, sagte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) der Deutschen Presse-Agentur. Einen Zusammenhang mit der Erpressung wies er als "pure Spekulation" zurück. Im Landratsamt von Sondershausen wurde ein Gebäudeteil evakuiert, nachdem ein verdächtiger Brief auftauchte.

Hinweise auf Potsdamer Packstation

Am Sonntag hatte die Polizei Hinweise auf die Person erbeten, die am Donnerstagmorgen eine Paketbombe in eine Potsdamer Packstation legte. Die bereits Anfang November verschickte erste Paketbombe des oder der Täter war dagegen nach Ermittlungen der Polizei in Berlin aufgegeben worden.

Der Absender der Bomben hatte seine Forderung mit Hilfe eines sogenannten QR-Codes gestellt, der der Potsdamer Paketbombe beilag. Ein ähnliches Schreiben in Frankfurt (Oder) könnte bei dem Feuer verbrannt sein. Die Polizei geht wegen der Abgabeorte und der Adressen davon aus, dass der Täter aus dem Raum Berlin-Brandenburg stammen könnte.

Grundsätzlich ermittelt die Polizei aber weiter in alle Richtungen. Nach der Zerstörung der Paketbombe am Weihnachtsmarkt war zunächst auch ein terroristischer Hintergrund nicht ausgeschlossen worden. Die Sicherheitsmaßnahmen für die Weihnachtsmärkte in Potsdam wurden daraufhin nochmals verschärft. (dpa)

 

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