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  • 28.10.2017
  • von Matthias Matern

FORTUNAS Fazit: Alle Viere

von Matthias Matern

Wohnen, Kinderbetreuung, Verkehr, historische Innenstadt – wenn das nicht mal eine (fast) komplette Woche war. Alle Potsdamer Lieblingsthemen in fünf Tagen und der krönende Abschluss kommt erst noch. Aber alles schön der Reihe nach. Denn die Woche begann ja schon vielversprechend. „Kinderbetreuung wird Millionenrisiko“ war am Montag in den PNN zu lesen. Dass die Stadt bei dem Thema auf einem Pulverfass sitzt, ist zwar bekannt – wie groß das Fass ist, aber nicht. Denn zu den jüngst bekannt gewordenen Querelen um möglicherweise unzulässig hohe Kitabeiträge und damit verbundene Rückzahlungsforderungen sind nun auch die privaten Kita-Träger gegen die Stadt vor Gericht gezogen. Es geht um eventuell zu geringe Zuschüsse für Kita-Neubauten seit 2012. Rückzahlungen im „mehrstelligen Millionenbereich“ drohen. Wir sind gespannt.

Beim Thema Wohnen dagegen stehen die Gewinner und Verlierer der Woche bereits fest. Das Nachsehen haben Potsdams Biber, zumindest die fünf bis sieben Nager aus dem Schlosspark Sanssouci. Die müssen nämlich umziehen. Rund 100 000 Euro Schaden sollen sie in den vergangenen drei Jahren im Welterbe verursacht haben. Jetzt soll damit endlich Schluss sein. Am Templiner See hat die Schlösserstiftung für 35 000 Euro deshalb als Ersatz eine neue künstliche Biberburg bauen lassen. Auch der Umzug geht natürlich auf Kosten der Welterbehüter. Der soll Mitte November abgeschlossen sein.

Gewinner sind ohne Zweifel die Bewohner des Schlaatzes – zumindest langfristig. Mit rund 200 Millionen Euro will die städtische Bauholding ProPotsdam bis 2033 den Problem-Stadtteil sozialverträglich zum Vorzeigekiez umbauen. Zwar werde die Durchschnittsmiete wohl steigen, aber nicht allzu sehr, beruhigt Pro Potsdam-Chef Bert Nicke. Statt aktuell 5,37 Euro pro Quadratmeter müsse man sich auf 5,80 für WBS-Bezieher und 7,50 Euro für alle anderen Mieter einstellen.

Gute und schlechte Nachrichten gibt es in puncto Verkehr. Pendler können sich sowohl über eine neue Regionalbahn von Potsdam über Golm zum Bahnhof Spandau freuen sowie über einen engeren Takt beim viel benutzten Regionalexpress 1. Das zumindest steht im aktuellen Landesnahverkehrsplan, der am Montag vorgestellt wurde. Weil aber bekanntlich Vorfreude die schönste Freude ist, dauert das Ganze noch bis 2022.

Wer sich lieber ärgert, hat dagegen schon ab kommender Woche einen Anlass. Wegen der Bauarbeiten an der neuen Tram-Trasse zum Campus Jungfernsee kommt es im Potsdamer Norden ab 1. November für fünf Wochen zu erheblichen Einschränkungen im Öffentlichen Nahverkehr. Weil die neue Trasse ans alte Gleisnetz angeschlossen wird, fährt die Tramlinie 96 nicht bis zur Viereckremise, sondern endet an der Kirschallee. Als Ersatz fahren Busse.

Ach ja. Der krönende Abschluss. Nach mehr als 25 Jahren erbitterter Auseinandersetzungen zwischen Gegnern und Befürwortern, nach langem Bangen um ausreichende Spenden und Fördermittel soll ab Sonntag ein weiteres Wahrzeichen der historischen Innenstadt wieder auferstehen – der Turm der Garnisonkirche.

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