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  • 12.10.2017
  • von Sarah Stoffers

„Tante Anna“ kommt

von Sarah Stoffers

Platz für Ideen. Mathias Klasen und Sandra Laschewski sind derzeit dabei, die Räume in der Gutenbergstraße einzuräumen. Im Dezember soll das neue Café dann eröffnen. F.: Andreas Klaer

In der Gutenbergstraße soll ein neues Eltern-Kind-Café entstehen, in dem auch eine Familienagentur unterkommen soll

Eine alte Schulbank mit klappbaren Sitzen steht unter dem Fenster. Ein etwas angestaubtes Röhrenradio und eine schicke Vintage-Kasse warten noch darauf, einen angemessenen Platz zu bekommen. Außer einem Holztisch, ein paar Regalen, Obstkisten und Kinderstühlen gibt es noch keine Einrichtung. Erst vor Kurzem haben Sandra Laschewski und ihre Freunde den Mietvertrag unterschrieben. Jetzt sind sie fleißig dabei zu bauen, tapezieren und einzurichten.

Laschewski und ihr Partner Mathias Klasen wollen in den hellen Räumen in der Gutenbergstraße 103 gemeinsam mit ihren Freunden Lars Neuman und Christian Lück das Eltern-Kind-Café „Tante Anna“ eröffnen. Die Idee entstand aus ihrer Arbeit in der Familienagentur Salamandra, die Laschewski gemeinsam mit Neuman vor etwa viereinhalb Jahren in Potsdam gegründet hat. Sie bieten Babysitting, Kinderbetreuung und Nachhilfeunterricht an und organisieren Veranstaltungen wie Kindergeburtstage, Einschulungsfeiern oder Halloweenumzüge. „Wir machen Kinderschminken, Bastelstraßen, klassisches Babysitting oder holen die Kinder von der Kita ab und passen auf sie auf, wenn Mama und Papa gemütlich allein zusammen essen gehen wollen“, so Laschewski. So wollen sie Familien mit Kindern und Beruf unterstützen. Eine Stunde Betreuung für ein Kind zwischen 6 und 22 Uhr kostet 15 Euro, für zwei Kinder nach 22 Uhr sind 18 Euro fällig.

Die 29-Jährige und ihre gleich alten Freunde Neumann und Klasen kommen aus der Kleinstadt Lübz in Mecklenburg-Vorpommern und kennen sich seit Kindertagen. Während ihres Studiums in Rostock hat Laschewski bereits in einer Familienagentur gearbeitet. Das hatte ihr so gut gefallen, dass sie gerne etwas Eigenes in dem Bereich machen wollte. Gemeinsam mit Lars Neumann, der damals in Berlin wohnte und Lehrer ist, gründete sie im Mai 2013 Salamandra. Ihr Freund Mathias Klasen und Christian Lück helfen nebenberuflich der Agentur bei organisatorischen Dingen und Veranstaltungen. „Lars und ich haben schon immer gesagt, dass ein Laden oder ein Lokal in Potsdam einfach super für unser Büro wäre, da man so auch Laufkundschaft bekommt“, so die Gründerin. Die Idee mit dem Café hätten sie seit etwa ein bis zwei Jahren im Hinterkopf. Das Büro von Salamandra soll in den nächsten drei bis vier Wochen in die Gutenbergstraße ziehen.

Das „Tante Anna“ möchte ein Café mit Spiel- und Freizeitmöglichkeiten für Kinder verbinden. „Wir werden eine große Spielecke haben und eine Wickelecke. Außerdem soll es, wie früher im Tante- Emma-Laden, Süßigkeiten geben“, so Laschewski. Je nachdem, wie das Konzept ankommt, kann sie sich auch vorstellen, mal regionales Obst oder Gemüse im Laden zu stellen. Möglichst verpackungsfrei sollen die angebotenen Produkte sein. Coffee to go wird es daher bei „Tante Anna“ nur im Thermobecher geben. „Wir wollen unseren eigenen Becher machen, den man sich dann vergünstigt auffüllen lassen kann“, erzählt Mathias Klasen.

Eigenes Kochen oder Backen planen sie zunächst noch nicht. Kuchen, Torten oder eine Quiché wollen sie von den Läden in der Umgebung beziehen. Der Raum in der Gutenbergstraße soll außerdem für Kindergeburtstage oder auch für den Brunch zu Omas Geburtstag gebucht werden können. „Es soll hier alles auf Familie, Eltern und Kinder ausgerichtet sein“, so Laschewski. Im kinderfreundlichen Potsdam könne sie sich den Laden sehr gut vorstellen. „An jeder Ecke gibt es Spielplätze. Ich sehe sehr viele junge Familien, Mütter mit Kinderwagen.“ Ein Konzept wie das der vier Freunde gäbe es in der Form bislang auch noch nicht in der Stadt.

Der ungewöhnliche Name für das Café kommt von ihrer gemeinsamen Freundin Anna, die sie seit der Kindheit in Lübz kennen. Annas Gesicht soll auch das Logo für das Café zieren, in Rot und Babyblau. Sie sei viel herumgekommen, war als Au Pair in Amerika und studiert mittlerweile in Frankfurt am Main. „Der Laden ist eine kleine Erinnerung an sie, weil wir sie nicht mehr so oft sehen.“ Der Name soll außerdem bewusst an Tante-Emma-Läden erinnern. „Wir haben uns früher in unserer Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern öfter Süßigkeiten in so einem Laden geholt“, erzählt Laschewski.

Klasen und Laschewski sind guter Dinge. „Wenn etwas an unserem Konzept trotzdem nicht klappen sollte, sind wir sehr flexibel und kreativ. Dann machen wir eben etwas anderes“, sagt Laschewski entspannt und gut gelaunt. Wenn alles mit den Behörden klappt, möchten sie im Dezember aufmachen. „Tante Anna“ soll dann von Montag bis Samstag zwischen 11 und 19 Uhr geöffnet haben.

www.salamandra-familien.de

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