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  • 25.08.2017
  • von Elke Vogel

100 Jahre Ufa: Premieren, Partys und Propaganda

von Elke Vogel

Wolf Bauer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Ufa Film und TV Produktion. Foto: Nestor Bachmann/dpa

Der TV-Sender Arte zeigt die Doku „100 Jahre Ufa“. Erstausstrahlung ist am kommenden Montag um 22.10 Uhr.

Marlene Dietrich wird mit dem Ufa-Film „Der blaue Engel“ zum Weltstar. „Ein Freund, ein guter Freund“ trällert Heinz Rühmann in den Babelsberger Studios mit Willy Fritsch und Oskar Karlweis für „Die Drei von der Tankstelle“ (1930). Heute stehen bei der Ufa die Stars der RTL-Daily-Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ („GZSZ“) vor der Kamera. Die Dokumentation „100 Jahre Ufa – Im Maschinenraum des deutschen Films“ blickt auf die wechselvolle Geschichte der Filmproduktionsgesellschaft zurück. Arte zeigt den Film am Montag um 22.10 Uhr.

Regisseurin Sigrid Faltin erzählt, wie der große Ufa-Tanker in der Vergangenheit immer wieder in schweres finanzielles und politisches Fahrwasser geriet – vom Kaiserreich über die Weimarer Republik und die Nazi-Zeit bis in die Nachkriegszeit. Heute gehört die Ufa zum Medienkonzern Bertelsmann.

Die Doku illustriert die wechselvolle Unternehmensgeschichte

Die wechselvolle Unternehmensgeschichte wird in der Doku mit zahlreichen historischen Filmausschnitten illustriert. Auch Ufa-Schauspieler wie Mario Adorf („Das Totenschiff“) und Tom Schilling („Der gleiche Himmel“) kommen zu Wort. „Ich drehe bei der Ufa“ – das habe damals einen ganz besonderen Klang gehabt, erinnert sich der im Mai dieses Jahres verstorbene Schauspieler Gunnar Möller in seinem letzten Interview. Möller drehte schon mit zwölf Jahren im Studio Babelsberg und wurde dem großen Publikum an der Seite von Liselotte Pulver in „Ich denke oft an Piroschka“ bekannt.

Vor allem aber sind es Experten wie Rainer Rother von der Deutschen Kinemathek, die die Ufa-Legende mit teils wenig bekannten Fakten beleuchten. „Die Ufa war immer schon national eingestellt“, sagt Rother. Gegen Ende des Ersten Weltkrieges wird die Universum-Film AG (Ufa) am 18. Dezember 1917 gegründet – als Propagandainstrument für den deutschen Kaiser. Nach dem Krieg läuft die Unterhaltungsmaschinerie richtig an. Technische Innovationen prägen die 20er-Jahre. Fritz Lang dreht mehr als ein Jahrzehnt in Babelsberg – darunter 1924 „Die Nibelungen“. Josef von Sternberg lässt in „Der blaue Engel“ (1930) den aufstrebenden Star Marlene Dietrich singen. Erich Pommer, an den heute in Potsdam ein Filminstitut und eine Straße erinnern, bringt aus den USA die Tonfilm-Operette nach Deutschland. In „Das Flötenkonzert von Sanssouci“ (1930) mit Otto Gebühr werden bereits kriegerische Töne angeschlagen. „Die nationalen Filme der Ufa schaufeln mit am Grab der Demokratie“, heißt es im Film.

Nach Hitlers Machtergreifung 1933 reißen die Diktatoren die Macht an sich und bringen die Firma auf ihren Kurs. Nach dem Zweiten Weltkrieg beschließen die Siegermächte die Zerschlagung des Konzerns. Im Sowjetbereich entsteht als Ufa-Nachfolger der volkseigene Betrieb Defa. In Westdeutschland gibt es später wieder die Ufa. Heute dränge es die Ufa nur noch selten auf die große Leinwand, resümiert Macherin Faltin. Das Filmschiff sei mittlerweile zu einem Fernsehboot geschrumpft. (dpa)

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