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  • 11.08.2017
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Update

Verschlepptes Mädchen: Potsdamerin bekommt ihr Baby zurück

von PNN

Die Polizei berichtet von Belästigungen und Handgreiflichkeiten auf dem Bahnhofsvorplatz in Werder. Foto: Friso Gentsch/dpa

Angeblich wollte sie der Mutter nur helfen. Doch dann nahm sie ihr einfach das Baby weg und floh 250 Kilometer weit bis nach Hannover. Am heutigen Freitag soll die Potsdamerin ihr Baby zurückbekommen.

Potsdam - Am heutigen Freitag soll die Mutter des verschleppten Mädchens ihr Baby zurückbekommen. „Wir organisieren gerade in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt den Rücktransport“, sagte ein Polizeisprecher am Vormittag auf Anfrage. Eine 19-Jährige hatte das vier Monate alte Mädchen am Donnerstag in ihre Gewalt gebracht und war mit ihm bis nach Hannover geflohen. Dort konnte die Polizei sie am späten Abend festnehmen. Das Kind blieb unversehrt und verbrachte die Nacht nach Angaben des Polizeisprechers in einem Krankenhaus.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Potsdam handelt es sich bei der Täterin um eine Heranwachsende ohne festen Wohnsitz. „Nach bisherigen Erkenntnissen hat sich die 19-Jährige mal hier und mal dort aufgehalten.“ Derzeit müsse mit der Staatsanwaltschaft Hannover noch die Frage der Zuständigkeit für den Fall geklärt werden. Die Polizeidirektion West wollte im Laufe des Tages weitere Informationen zu der Kindesentziehung herausgeben.

Die junge Frau hatte die 35 Jahre alte Mutter demnach angesprochen, während diese am Donnerstagnachmittag mit der kleinen Tochter und zwei Söhnen beim Einkaufen im Potsdamer Zentrum Ost war. Die 19-Jährige begleitete sie bis nach Hause. Sie bot ihr an, auf das Baby im Kinderwagen aufzupassen, während die Mutter ihre Einkäufe in die Wohnung trug. Als die 35-Jährige zurückkehrte, waren die Frau und ihr Baby verschwunden. Die Mutter alarmierte die Polizei, die eine umfangreiche Suche mit Hunden, Hubschrauber und Bereitschaftspolizisten startete.

Im Zuge der Suchmaßnahmen wurden Hinweise überprüft, wonach die Gesuchte sich in einer Potsdamer Kaufland-Filiale aufhalten solle. Polizisten kamen daraufhin in diesen Filialen zum Einsatz, fanden die Frau und das Baby jedoch nicht. 

Bei Untersuchung im Krankenhaus in Hannover keine Verletzungen festgestellt

Weitere Ermittlungen erbrachten Hinweise laut Polizei auf die Handynummer der flüchtigen Frau. Eine Handyortung leitete die Suchmaßnahmen dann in den Raum Hannover. Hier konnte mit Unterstützung der niedersächsischen Polizei, die fremde Frau mit dem Baby um 20.20 Uhr in einem Einkaufsmarkt in Hannover-Mitte angetroffen und festgenommen werden.

Das vier Monate alte Mädchen kam anschließend mit einem Rettungswagen vorsorglich zur medizinischen Untersuchung über Nacht in eine hannoversche Klinik. Es blieb unversehrt. Die Mutter des Mädchens sowie das Potsdamer Jugendamt wurden über diesen Stand informiert und werden jetzt die Zusammenführung in eigener Zuständigkeit organisieren. 

Die 19-Jährige handelte nach Polizeiangaben allein und stellte keine Forderungen, weshalb auch nicht von einer Kindesentführung gesprochen werden könne. Sie und die Mutter hätten sich nach derzeitigem Ermittlungsstand nicht gekannt. Die weiteren Hintergründe der Tat waren zunächst unklar. (dpa)

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