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  • 03.08.2017
  • von Jana Haase

Blackout in Potsdam: Wohnungen, Verkehr, Krankenhaus: Was beim Stromausfall in Potsdam passiert ist

von Jana Haase

In Potsdam hatte der Stromausfall am Dienstagabend nicht nur Auswirkungen auf private Haushalte. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Eine Störung im Hochspannungsnetz sorgte für den Stromausfall in Potsdam. Zehntausende Bürger saßen in ihren Wohnungen plötzlich im Dunkeln. Auswirkungen hatte der Stromausfall aber nicht nur für sie.

Potsdam - Bei Tausenden Potsdamern wurde es am späten Dienstagabend schlagartig dunkel: Ein Stromausfall legte große Teile der Stadt lahm. Punkt 21.18 Uhr verabschiedeten sich zwei der insgesamt sechs Potsdamer Umspannwerke per automatischer Sicherheitsabschaltung, wie Stadtwerke-Sprecher Stefan Klotz den PNN am Mittwoch erklärte. Der Grund war demnach das Aufeinandertreffen zweier Umstände: Einerseits sei es im 110-Kilovolt-Netz, also den Hochspannungsleitungen, außerhalb der Stadt zu einem sogenannten Erdschluss gekommen, also einer unerwünschten leitfähigen Verbindung zur Erde: Der Strom floss direkt in den Boden ab. Zur genauen Ursache für den Erdschluss konnte der Sprecher nichts sagen, da es sich um einen nicht von der Stadtwerke-Tochter Energie und Wasser Potsdam (EWP) betriebenen Leitungsabschnitt handelte. Gleichzeitig habe es im 110-Kilovolt-Netz der EWP planmäßige Wartungsarbeiten gegeben.

Im Ergebnis haben sich die beiden Umspannwerke Zentrum und Nuthe abgeschaltet, so Klotz. Betroffen waren demnach rund 13 500 Haushalte in Teilen der Innenstadt, in Babelsberg sowie im Potsdamer Norden. Der Norden und die Innenstadt seien ab 21.28 Uhr wieder versorgt gewesen, Babelsberg ab 21.32 Uhr. Der Stromausfall habe dank eines erst Ende 2015 fertiggestellten Ringschlusses vergleichsweise schnell behoben werden können, sagte der Sprecher. Damals sei für rund fünf Millionen Euro eine Verbindung zwischen den Umspannwerken Nuthe und Zeppelinstraße gebaut worden, um das Hochspannungsnetz in sich zu schließen. Daher hätte man am Dienstag kurzfristig umschalten können, so Klotz.

Stromausfall legte Internet und Telefon in Potsdam zum Teil noch länger lahm

Der Stromausfall betraf auch die Kopfstelle des Kabel-, Telefon- und Internetanbieters Telecolumbus, wie Unternehmenssprecher Hannes Lindhuber den PNN bestätigte. Einige 10 000 Haushalte seien zwischenzeitlich ohne Fernsehen gewesen, auch mehrere Tausend Internet- und Telefonkunden waren vorübergehend ohne Anschluss. Während die TV-Versorgung relativ schnell wieder habe gesichert werden können, habe das Einwählen der Modems für die Internetversorgung schrittweise bis 23.30 Uhr gedauert: „Gegen Mitternacht war die Versorgung wieder hergestellt.“ Auch bei rund 14 000 Kabel-Kunden von Vodafone (ehemals Kabel Deutschland) waren kurzzeitig das TV-Signal, Internet und Telefon unterbrochen, wie eine Sprecherin sagte. Die TV-Versorgung habe nach rund fünf Minuten wieder funktioniert, beim Internet habe es in Einzelfällen auch länger dauern können.

Der Stromausfall betraf laut Stadtwerke-Sprecher Klotz auch Teile des Tram-Netzes: Sowohl im Potsdamer Norden als auch am Hauptbahnhof hätten Straßenbahnen bis zu 20 Minuten stillgestanden. Betroffen war auch das städtische Klinikum „Ernst von Bergmann“, wie Klinikumssprecherin Damaris Hunsmann den PNN sagte. „Für solche Fälle haben wir ein Notstromaggregat – und das ist auch angesprungen.“

Notstromaggregat im Krankenhaus wird auch ohne Stromausfall regelmäßig getestet

Damit seien alle für die Patientenversorgung notwendigen Geräte abgesichert – etwa die Technik im Operationssaal, in der Rettungsstelle oder die Beatmungsgeräte. Dass das Notstromaggregat funktioniere, werde auch ohne Stromausfall regelmäßig getestet. In anderen Bereichen des Krankenhauses machte sich der Stromausfall bemerkbar: So seien etwa Brandschutztüren zugefallen.

Dunkel wurde es auch in den Kinosälen im UCI-Kino in den Bahnhofspassagen, die Vorstellungen wurden unterbrochen, wie Benjamin Pohl vom Centermanagement den PNN bestätigte. Auch die Schranken im Parkhaus seien vorübergehend außer Funktion gewesen. Sicherheitsrelevante Anlagen wie etwa die Notbeleuchtung und die Entrauchung seien über eine Netzersatzanlage autark versorgt, betonte Pohl.

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