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  • 02.08.2017

Potsdamer Hütte nach Brand gesperrt

Spendenaufruf für Sanierung der Alpenhütte

In diesem Sommer fällt die Saison in Potsdams „Vertretung“ in den Alpen, der Potsdamer Hütte in Österreich, aus. Bereits im März hatte ein Feuer, das von einem Kamin ausging – wahrscheinlich ausgelöst durch einen starken, warmen Föhnwind – große Teile der Inneneinrichtung zerstört. Der Sachschaden lag im fünfstelligen Bereich, der Alpenverein bittet auf der Homepage der Hütte um Spenden zur Finanzierung der nötigen Maßnahmen. Die Reparaturarbeiten haben begonnen, werden aber nach Angaben des Hüttenwirts mindestens noch die Sommersaison lang dauern und möglicherweise sogar bis in den Winter reichen.

Die Potsdamer Hütte auf 2020 Metern Höhe verbindet schon seit 85 Jahren die Brandenburger Landeshauptstadt mit dem Fotschertal in Tirol – und ist zugleich ein Spiegel der unterschiedlichen politischen Verhältnisse in Deutschland im Lauf der Jahrzehnte. So ist es auf der Homepage nachzulesen. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) bezeichnete die Hütte in einer Festschrift zum Vereinsjubiläum als „untrennbaren Bestandteil der Potsdamer Vereinsgeschichte“.

Die Sektion Potsdam des Deutschen Alpenvereins (DAV) wurde 1907 gegründet. Die Vereinsmitglieder bemühen sich schnell um den Bau einer eigenen Hütte. Nach vier Jahren Bauzeit wurde das Gebäude 1932 auf rund 2000 Höhenmetern eröffnet. Doch schon kurz nach dem Bau bekamen die Hüttenbetreiber die Folgen der deutschen Politik zu spüren. Denn ab 1933 wurde durch eine Reisesperre die Zahl der deutschen Urlauber reduziert. Nach dem Krieg wurde die Hütte, zusammen mit allen anderen ihrer Art in Besitz des Deutschen Alpenvereins, von den Alliierten beschlagnahmt und dann an den österreichischen Staat verkauft.

Auch in der DDR-Zeit war der Erhalt der Hütte schwierig, denn der Alpenverein war verboten. Einige Sektionen wurden jedoch im westdeutschen Exil neu gegründet – so auch der Potsdamer Verein. 1955 gründet Erich Fromm, nach Angaben des Online-Auftritts der Hütte das einzige noch lebende Vorstandsmitglied der Ursprungssektion, in Bayern, wo er inzwischen wohnte, die „Sektion Potsdam des DAV in Dinkelsbühl“. Im darauf folgenden Jahr wurde die Potsdamer Hütte der Exilsektion zurückgegeben. Bis heute unterhält der Dinkelsbühler Alpenverein das Gebäude.

Die nach der Wende neu gegründete Potsdamer Sektion des DAV pflegt aber seit Jahren Beziehungen zu den Dinkelsbühlern und fährt regelmäßig auf die Potsdamer Hütte. Diese bietet 45 Schlafplätze. Dort können sowohl Mitglieder des DAV als auch Nichtmitglieder übernachten. Wann das nach dem Brand im Frühjahr wieder möglich sein wird, ist derzeit offen. Leidtragender der Schließung war übrigens auch Potsdams Sozialdezernent Mike Schubert (SPD): Er musste die Route für seine sommerliche Hüttentour umplanen, sagte er den PNN.sca

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