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  • 02.08.2017
  • von Sarah Stoffers

Hilfe auf Rädern

von Sarah Stoffers

Gemeinnützig. Bei der Tour der Hoffnung 2016 kamen Spenden in Höhe von 1,9 Millionen Euro zusammen. Dieses Jahr fährt der Tross durch Berlin und Brandenburg. Foto: Wolfgang Bendlin

Die 34. Tour der Hoffnung hält am Samstag in Potsdam. Erwartet werden namhafte Persönlichkeiten und viele hilfsbereite Potsdamer

Wenige Schicksale berühren mehr als die von an Krebs oder Leukämie erkrankten Kindern. Doch sie und ihre Familien brauchen mehr als Mitgefühl. Sie brauchen Hilfe und bestmögliche Behandlung – und die kostet Geld. Das wird seit 34 Jahren auf der Tour der Hoffnung gesammelt. Prominente Teilnehmer aus Sport, Politik, Wirtschaft und engagierte Bürger treten dabei für den guten Zweck in die Pedale. Mit dem Rad fahren sie quer durch Brandenburg und Berlin.

Die Benefiz-Radtour führt am Samstagmittag auch nach Potsdam, wo die mehr als 160 Teilnehmer die Landeshauptstadt und die Bürger für ihre gute Sache begeistern wollen. Der Potsdamer Mitorganisator und ehemalige Olympiasieger im Gehen, Peter Frenkel, wünscht sich, „dass die Potsdamer die Mitfahrer gebührend empfangen und möglichst zahlreich erscheinen“.

Die Tour der Hoffnung wurde 1983 von dem Mediziner Professor Fritz Lampert ins Leben gerufen, der an der Uni-Klinik Gießen Leiter der Kinderkrebsstation war. Die Idee hinter der Tour: die Öffentlichkeit auf krebs- und leukämiekranke Kinder aufmerksam machen und durch das eigene Engagement die Spendenbereitschaft über Gießen hinaus erhöhen. Die erste Tour fuhr noch unter dem Titel „Tour Peiper“ nach dem Namensgeber der Kinderkrebsstation. Seit 1994 trägt die Spendenaktion ihren jetzigen Namen.

Die Regionen, die angefahren werden, wechseln in jedem Jahr. Unternehmen vor Ort sponsern dabei die Veranstaltung, sodass alle Spenden den Kindern und der Forschung zugutekommen können. In den vergangenen 33 Jahren seien so mehr als 34 Millionen Euro zusammengekommen. Allein 2016 bei der Tour durch das Oldenburger Land waren es mehr als 1,9 Millionen Euro. Die Ehrenschirmherrschaft übernimmt in diesem Jahr Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). In seinem Grußwort lobt er die Tour als beeindruckendes Beispiel dafür, „was die Bereitschaft zu gesellschaftlicher Verantwortung, verbunden mit fantastischem Engagement bewegen kann“.

Mit dem gesammelten Geld werden Forschungsinstitutionen, neue Behandlungsmethoden, Betreuung, klinische Versorgung und die internationale Hilfe finanziell unterstützt. In diesem Jahr sollen die Spenden bundesweit an 45 Institutionen gehen. Zum Beispiel an den Frieda e.V., einen Verein zur Förderung der Belange Frühgeborener, chronisch kranker und behinderter Kinder in Berlin-Friedrichshain. Namenhafte Sportler und andere Persönlichkeiten aus Politik, Show und Fernsehen haben sich angekündigt. Schirmherrin ist in diesem Jahr die erfolgreiche ehemalige Biathletin Petra Behle. Auch der Moderator Johannes B. Kerner, der ehemalige Radrennfahrer Gustav Adolf Schur, der ehemalige Boxweltmeister Henry Maske, die zweifache Olympiasiegerin Heike Drechsler und die vierfache Olympiasiegerin Kathrin Boron-Kölm, die früher in Potsdam ruderte, werden sich für die gute Sache anstrengen.

Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske und der Beigeordnete für Soziales der Stadt Potsdam, Mike Schubert (beide SPD), wollen ebenfalls am Samstag den Tross in Potsdam auf dem Fahrrad begleiten. Die Tour der Hoffnung beginnt am 2. August traditionell mit einem Prolog in Gießen. Am nächsten Tag werden die Radler nach Berlin transferiert, von wo aus sie die insgesamt 273 Kilometer lange Strecke durch Berlin und Brandenburg antreten werden. In Potsdam macht die Tour am Samstag um 12 Uhr Station am Dorint Hotel, gegen 13 Uhr am Rehazentrum in der Charlottenstraße. Höhepunkt in Potsdam ist der Halt am Alten Markt gegen 13.40 Uhr. Dort soll die Übergabe von Spenden der Stadt Potsdam durch Sozialdezernent Schubert und Vertreter anderer Einrichtungen erfolgen. Und es könnte einen weiteren Höhepunkt geben: Bei gutem Wetter sind Fallschirmsprünge des CDU-Politikers und ehemaligen Kunstturners Eberhard Gienger sowie des Fallschirmsprung-Weltmeisters Klaus Renz auf den Alten Markt geplant.

Die Potsdamer können sich engagieren und direkt vor Ort Geld geben. Die Fahrer haben Spendenboxen dabei. „Es ist eine tolle Tour“, sagt der Potsdamer Peter Frenkel. Die Aktion sei einmalig in Deutschland. Auch er werde zumindest in Potsdam mitradeln. Für die Benefiz-Tour macht der 78-Jährige sich seit Jahren stark. „Ich habe schon viele Touren in der Vergangenheit mitgemacht.“ Mittlerweile fährt er selbst nicht mehr regelmäßig mit, ist aber nach wie vor an der Organisation beteiligt. „Für mich ist es eine Herzensangelegenheit.“

Informationen über die Tour der Hoffnung unter www.tour-der-hoffnung.de. Spendenkonto: Volksbank Mittelhessen: BIC: VBMHDE5F, IBAN: DE63 5139 0000 9797 08.

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