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  • 20.04.2017
  • von Julia Sammler

Reformation in Brandenburg: Bilder des Potsdamer Fotografen Frank Gaudlitz in den Bahnhofspassagen

von Julia Sammler

In den Potsdamer Bahnhofspassagen ist die Ausstellung „Luther und die Folgen. Reformation in Brandenburg“ zu sehen. Foto: C. Fratzke

In den Bahnhofspassagen ist derzeit die Ausstellung „Luther und die Folgen. Reformation in Brandenburg“ zu sehen. Der Potsdamer Fotograf Frank Gaudlitz zeigt dabei Menschen, die die evangelischen Kirchen in Brandenburg mit Leben erfüllen.

Innenstadt - Wie sieht evangelische Kirche in Brandenburg aus, wenn man nicht die Bauten anschaut, sondern die Menschen, die sie mit Glaube und Leben erfüllen? Eine Antwort darauf geben die Bilder des Potsdamer Fotografen Frank Gaudlitz, die seit Mittwochabend in der Ausstellung „Luther und die Folgen. Reformation in Brandenburg“ in den Bahnhofspassagen zu sehen sind. Die Auseinandersetzung mit dem Thema 500 Jahre Reformation sei für ihn ein Vordringen in eine „unbekannte Sphäre“ gewesen, sagte Gaudlitz bei der Eröffnung der Schau. Dabei hätten ihn die positiven Begegnungen mit den Menschen, die die evangelische Kirche vor Ort vertreten, überrascht.

Das Kirchliche und das Menschliche miteinander verbinden

Insgesamt werden in den Passagen 38 Fotografien von Gaudlitz gezeigt. Entstanden sind sie im Auftrag der Dachmarke Kulturland Brandenburg für das Luther-Themenjahr. Der in Vetschau geborene Fotograf sollte seine ganz persönliche Assoziation zur Reformation in der Mark künstlerisch umsetzen. Zwischen April und Oktober 2016 bereiste er dazu verschiedene Regionen. Dabei entstanden authentische Aufnahmen, denn Gaudlitz arbeitete ausschließlich mit natürlichem Licht. Gleichzeitig haben seine Fotografien etwas Rätselhaftes an sich, da er die Menschen, die er porträtierte, im Vorfeld darum gebeten hatte, einen Gegenstand mitzubringen, der ihnen wichtig ist. Damit erzählen seine Werke auch von „Rätseln, die nicht aufgeklärt werden müssen“, so Gaudlitz. In erster Linie gehe es aber darum, das Kirchliche mit dem profan Menschlichen zu verbinden, denn dies sei eine der Errungenschaften der Reformation.

Zunächst hatte der Potsdamer Künstler geplant, eine Fotoserie ausschließlich mit jungen Frauen im Pfarramt zu machen, da dies seiner Ansicht nach den bedeutendste Unterschied zwischen der evangelischen und katholischen Kirche darstelle. Bei dem Treffen mit der ersten Pfarrerin, die er porträtieren wollte – der jungen Ellen Radtke – hatte er jedoch ein Schlüsselerlebnis: Ihm wurde deutlich, dass gelebte Vielfalt in den evangelischen Kirchen Brandenburgs ein Vermächtnis der Reformation ist. Die in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung lebende Pfarrerin Radtke inspirierte Gaudlitz schließlich dazu, nicht nur Frauen oder Männer, sondern auch Familien, Diakonissinnen und auch weitere homosexuelle Paare, die Kirchenämter bekleiden, zu fotografieren. 

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