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  • 20.04.2017
  • von Jana Haase
Update

20. Tulpenfest in Potsdam: Qualität, nicht Klimbim

von Jana Haase

Stimmung auf Niederländisch. Im vergangenen Jahr fand das Tulpenfest nach einer zweijährigen Pause wieder statt – erstmals auf dem Bassinplatz statt im Holländischen Viertel selbst, unter anderem aus Sicherheitsgründen. Auch diesmal wird wieder auf dem Bassinplatz gefeiert. Foto: Andreas Klaer

Am Wochenende findet das 20. Tulpenfest in Potsdam statt. Beim Programm setzen die Veranstalter auf eine Mischung aus Bekanntem und Neuem, mit Blumen, Musik und Handwerk aus Holland.

Potsdam - Mehr als 100 000 Tulpen, gut 170 niederländische Händler und Kunsthandwerker an mehr als 40 Ständen sowie Kunst, Musik und kulinarische Köstlichkeiten aus den Niederlanden: An diesem Wochenende findet das 20. Tulpenfest Potsdam statt. Zur Jubiläumsauflage am Samstag und Sonntag hoffen die Veranstalter auf 20 000 Besucher. Damit würde insgesamt die 500 000-Besucher- Marke geknackt werden, sagte Hans Göbel, der Tulpenfest-Initiator und Organisator, am gestrigen Mittwoch bei der Vorstellung des Programms. 480 000 zahlende Gäste seien bei den 19 bisherigen Tulpenfesten gezählt worden. Nach einer zweijährigen Pause wegen finanziellen und personellen Engpässen war die Tradition 2016 wieder aufgenommen worden – mit rund 16 000 Gästen kamen nicht ganz so viele wie in früheren Jahren.

Gefeiert wird am Bassinplatz, nicht mehr direkt im Holländischen Viertel

Gefeiert wird wie im vergangenen Jahr nicht mehr im Holländischen Viertel selbst, sondern auf dem Bassinplatz. Das habe unter anderem sicherheitstechnische Gründe, erklärte Göbel. Das Sicherheitskonzept sei mit Polizei und Feuerwehr abgesprochen worden. Am Bassinplatz seien unter anderem die Fluchtwege sowie der Zugang für Rettungsfahrzeuge einfacher. Das ebenfalls von Göbel mitinitiierte vorweihnachtliche Sinterklaasfest soll aber weiterhin im Holländischen Viertel und auch kostenlos bleiben, betonte er. Der Eintritt zum Tulpenfest beträgt wie im Vorjahr fünf Euro, Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt. Gefeiert wird am Samstag von 10 bis 20 Uhr und am Sonntag von 11 bis 19 Uhr, offizielle Eröffnung ist am Samstag um 13 Uhr auf der Bühne am Bassinplatz.

Beim Programm setzen die Veranstalter auf eine Mischung aus Bekanntem und Neuem: Neben den namensgebenden Tulpen, die auf dem Fest verteilt werden und gekauft werden können, sind Musikkapellen dabei, die in den vergangenen Jahren gut angekommen seien, zum Beispiel „De Wiksbössels“ aus Heerenburg oder die „Gänsekapelle“ aus Lichtenvoorde bei Arnheim, bei der neben den Musikern auch Gänse auftreten. Auch die historische holländische Drehorgel „Anton Pieck“ ist zu erleben. Erstmals dabei ist die Stelzenlauf-Künstlerin Naranja von einem Amsterdamer Straßentheater, die aus luftiger Höhe Anekdoten und Literatur rund um die Tulpe zum Besten geben wird. Auch auf holländische Spezialitäten wie die Poffertjes-Minipfannkuchen, Matjes, Genever und Käse können sich die Besucher wieder freuen. Erstmals gibt es ein Tulpenfestbier – es handele sich um eine Spezialabfüllung des hellen Biers der Braumanufaktur Forsthaus Templin mit einem eigenen Etikett. Das Bier wird ausschließlich an den beiden Festtagen vertrieben. Bei der Auswahl der Händler, bei der man wie im Vorjahr mit der Potsdamer Agentur P3 Projekt GmbH zusammenarbeitete, habe man auf Vielfalt geachtet: „Qualität, nicht Klimbim“, versprach Göbel.

Ein "kleiner Ritterschlag" für das Potsdamer Tulpenfest

Stolz sind die Veranstalter auf ihre neue Schirmherrin: Monique van Daalen, die Botschafterin des Königreichs der Niederlande. Das sei „ein kleiner Ritterschlag“, sagte Tulpenfest-Sprecher Hans Peter Gaul. Es zeige, dass das jahrelange ehrenamtliche Engagement auch von niederländischer Seite gewürdigt werde. Das Fest habe sich einen Ruf über die Grenzen der Stadt erworben, so Gaul.

Veranstalter des Tulpenfestes ist erstmals die 2016 gegründete Fördergesellschaft Niederländischer Kultur Potsdam GmbH – eine 100-prozentige Tochter des Fördervereins zur Pflege Niederländischer Kultur in Potsdam, der die Veranstaltung ins Leben und über Jahre hinweg getragen hat. Vereinschef Göbel ist gleichzeitig Geschäftsführer der neuen Gesellschaft. Man hoffe nach 2016, als der Verein mit einem Minus aus dem Fest ging, nun auf mehr Besucher. Über die weitere Zukunft der Veranstaltung werde man sprechen können, wenn man die Zahlen des 20. Tulpenfestes kenne, sagte Göbel.

Für das Fest wird die Gutenbergstraße zwischen Hebbelstraße und Am Bassin bereits ab dem morgigen Freitag um 17 Uhr voll gesperrt, auch die Einfahrt aus der Benkertstraße in die Gutenbergstraße ist gesperrt. Der reguläre Wochenmarkt am Samstag fällt aus.

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