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Verkehr

  • 11.04.2017
  • von Erik Wenk

Neuer Radweg zwischen Stern und Schlaatz: Beleuchtet und mit Winterdienst

von Erik Wenk

Angeradelt. Jann Jakobs (mit blauer Jacke) gab den Radweg zwischen den Stadtteilen Am Stern und Am Schlaatz am Montag frei. Foto: S. Gabsch

Ein neuer Asphalt-Radweg verbindet nun die Stadtteile Am Stern und Am Schlaatz. 450 000 Euro hat er gekostet. Potsdams Oberbürgermeister Jakobs kündigt weitere Verbesserungen der Rad-Infrastruktur an.

Potsdam - Kein Geholper mehr zwischen Stern und Schlaatz: Potsdam hat einen wichtigen neuen Radweg. Rund einen Kilometer lang ist die Strecke zwischen Wetzlarer Straße und Neuendorfer Straße, die genau entlang einer Fernwärmetrasse parallel zur Nuthestraße verläuft. „Mit diesem wichtigen Teilstück haben wir endlich den Lückenschluss, der zwei sehr bevölkerungsreiche Stadtteile miteinander verbindet“, sagte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) am Montag bei der offiziellen Eröffnung, bei der unter anderem auch viele Mitglieder der Potsdamer Stadtfraktion der Grünen mit ihren Fahrrädern anwesend waren, um die Verbindung einem ersten Praxistest zu unterziehen.

Der einzige richtige Radwegen zwischen den Stadtteilen

Viele Jahre lang sei der Weg eher „ein Quell des Frustes“ gewesen, so Jakobs: Im Grunde handelte es sich nur um eine unbefestigte Holperpiste, die dennoch häufig genutzt wurde, unter anderem wegen der guten Anbindung zum Stern-Center. Direkt gegenüber, auf der anderen Seite der Nuthestraße, gibt es zwar noch einen Waldweg, der am Baggersee vorbei zur Fußgängerbrücke Richtung Schlaatz führt, doch dieser ist unbefestigt. Der neue, etwa drei Meter breite Asphaltweg, der auch durchgehend beleuchtet ist, ist damit der einzige richtige Radweg zwischen beiden Plattenbaugebieten. Nur die Beschilderung muss noch angebracht werden. Um den Weg ganzjährig befahrbar zu halten, ist auch Winterdienst für die Strecke vorgesehen. Die nun ausgebaute Verbindung ermögliche es den Bürgern, für kurze Wege das Auto stehen zu lassen und stattdessen das Rad zu nutzen oder zu Fuß zu gehen, sagte Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD). „Die Voraussetzung dafür ist ein gutes Angebot an entsprechenden Strecken.“

Es hat lange gedauert, bis es soweit war: Bereits 2008 war der Ausbau des Teilstücks im Potsdamer Radwegeplan beschlossen worden, doch nicht alle Flächen entlang der Fernwärmetrasse befanden sich im Besitz der Stadt, einige Eigentümer hatten sich zunächst geweigert, ihre Grundstücke zu verkaufen. Durch die Verhandlungen mit den Anliegern hatte sich das Projekt immer wieder verzögert. „Wir mussten einige angestrengte Gespräche führen“, sagte Potsdams Verkehrschef Norbert Praetzel. Im Oktober 2016 konnten schließlich die Bauarbeiten beginnen.

Jakobs: „Eine Investition in die Nachhaltigkeit“

450 000 Euro hat der Ausbau insgesamt gekostet, das Land Brandenburg beteiligte sich mit rund 270 000 Euro. „Eine Investition in die Nachhaltigkeit“, so Jakobs, der weitere Verbesserungen der Rad-Infrastruktur ankündigte: „Auch in diesem Jahr werden wir mehr als eineinhalb Millionen Euro – ohne Investitionsfördermittel und Kosten für die Reinigung und den Winterdienst von Radwegen – zur Verfügung stellen, um das Radfahren in Potsdam ganzjährig attraktiv zu machen.“

Schwerpunkt solle der Ausbau von Abstellmöglichkeiten an Bahnhöfen, Haltestellen und in der Innenstadt sein, auch neue Schutzstreifen sind geplant. Ein weiteres Projekt ist die Rad- und Fußgängerbrücke über den Zernsee, welche die Radverbindung zwischen Potsdam und Werder verbessern soll. All dies ist Teil des Potsdamer Radverkehrskonzeptes von 2008, dessen Fortschreibung derzeit beraten wird. 

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