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  • 11.04.2017
  • von Marco Zschieck

Öffentlich zugängliche Daten: Potsdam kommt bei Open Data bislang nicht voran

von Marco Zschieck

Es klang nach einer zukunftsweisenden Initiative: Potsdam wollte von der Verwaltung erhobene Daten öffentlich zugänglich machen. Unter dem etwas sperrigen Titel „Open Government Data“ sollten beispielsweise ohnehin vom Gesundheitsamt erhobene Messdaten zur Badewasserqualität auf einer neuen Plattform im Internet zur Verfügung gestellt werden. Im April 2016 stellte Bürgermeister Burkhard Exner (SPD) das Vorhaben vor. „Wir sehen darin eine große Chance für uns als Kommunalverwaltung, aber auch für Wirtschaft und Gesellschaft und für den Alltag der Bürger“, so Exner damals.

Doch ein Jahr später ist Open Data im Potsdamer Rathaus offenbar nach wie vor ein Zukunftsprojekt. Denn Ergebnisse gibt es bislang nicht. Auf PNN-Nachfrage heißt es aus dem Rathaus, man arbeite derzeit an der Umsetzung des verabschiedeten Open-Data-Konzeptes. „Unter anderem geht es hier darum, das Konzept mit Leben zu füllen“, so eine Sprecherin. Man tausche sich mit Entwicklerinnen, Designern und Open-Data-Interessierten aus. Dabei werde sich unter anderem mit der Frage beschäftigt, für welche Datensätze sich die Bürger genau interessieren. Einen formalen Rahmen bilde das Projekt „Code for Germany“ des gemeinnützigen Vereins „Open Knowledge Foundation Deutschland“. Im November letzten Jahres habe dazu eine gemeinsame Veranstaltung stattgefunden.

Wann die neue Plattform starten soll, steht bisher nicht fest. Andernorts ist man beim Thema Open Data weiter. So bietet der Berliner Senat derzeit 1167 Datensätze in 22 verschiedenen Kategorien an: Vom Verzeichnis von Tagesmüttern über die Bevölkerungsstatistik und die Eintrittspreise von geförderten Kultureinrichtungen geht es bis zu einer Liste von Denkmälern. Auf der Webseite daten.berlin.de sind auch gleich noch 48 Anwendungen und Apps verlinkt, die auf Basis der Daten bereits entstanden sind.

Ganz für sich behält zwar auch das Potsdamer Rathaus seine Daten nicht: So sind etwa die Vorlagen und Protokolle der Stadtverordneten ebenso öffentlich wie Bebauungspläne und die kommunale Statistik. Doch leicht zu finden sind sie nicht. Auch das hatte Exner schon vor einem Jahr erkannt. 

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