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  • 22.03.2017
  • von Henri Kramer

Kommentar über Anti-Impf-Film im Thalia: Indiskutabel?

von Henri Kramer

Das Thalia Kino Babelsberg will den umstrittenen Anti-Impf-Film "Vaxxed" zeigen. Foto: R. Hirschberger/dpa

Muss eine anerkannte Kultureinrichtung wie das Thalia Verschwörungstheorien eine Bühne bieten? Mit dem Anti-Impf-Film tut sich das beliebte Kino keinen Gefallen - und sollte die Veranstaltung besser absagen, meint PNN-Autor Henri Kramer.

Potsdam - Das Babelsberger Thalia Kino hat sich keinen Gefallen damit getan, den umstrittenen Anti-Impf-Film „Vaxxed“ in sein Programm aufzunehmen. Zumal auch noch dessen Regisseur Andrew Wakefield zu einem Podiumsgespräch kommen darf, obwohl die medizinische Fachwelt ihn längst wegen falscher Behauptungen entlarvt hat – nachdem er zu belegen versuchte, dass die für Kinder wichtige Masern-Mumps-Röteln- Impfung für Autismus verantwortlich sei. Der Film geht noch weiter und behauptet, staatliche Stellen würden diese angebliche Tatsache unterdrücken.

Die Frage ist: Muss eine anerkannte Kultureinrichtung solchen Verschwörungstheorien, die jeder schon kostenlos im Internet finden kann, noch zusätzlichen Raum geben? Wird damit nicht wissenschaftlich unbelegter Quatsch als durchaus diskussionswürdige Theorie geadelt – zumal der Abend, da Mitdiskutanten noch unbekannt sind, bislang nicht so recht professionell vorbereitet wirkt? Diese Fragen sollten sich die Thalia-Organisatoren ernsthaft stellen – und könnten dann auch die die künstlerische Freiheit auf Absage in Anspruch nehmen.…

PS: Erst vor wenigen Wochen sorgte ein Berliner Kinderarzt für Aufsehen, der mit einem Schild in seiner Praxis auf den Punkt bringt, warum Impfgegner irren: „Sie müssen nicht alle Ihre Kinder impfen lassen – nur die, die Sie behalten wollen.“

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