24.10.2017, 14°C
  • 13.03.2017
  • von Katharina Wiechers und Christine Fratzke
Update

Potsdam: Oberbürgermeister Jakobs tritt nicht noch mal an

von Katharina Wiechers und Christine Fratzke

Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) tritt zur nächsten Wahl im November 2018 nicht mehr an. Das verkündete er auf einer Pressekonferenz am Montagabend. Foto: M. Thomas

Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs steht für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung. Auf einer kurzfristigen Pressekonferenz am Montagabend sprach er über seine Gründe.

Potsdam - Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) tritt zur Oberbürgermeisterwahl im Herbst 2018 nicht noch einmal an. Das teilte er auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz am Montagabend mit. "Ich glaube, jetzt ist der richtige Zeitpunkt", sagte Jakobs. Gerade in den vergangenen Monaten und in den letzten Stadtverordneten-Sitzungen seien wichtige Entscheidungen getroffen worden. So sei die Beigeordnetenriege komplett, sagte Jakobs. Und auch beim Streit um die Potsdamer Mitte, "die mir immer sehr am Herzen gelegen habe", seien die Weichen gestellt. Er wollte allerdings die Gerichtsentscheidung zur Potsdamer Mitte vor seiner Entscheidung abwarten. Wie berichtet urteilte das Verwaltungsgericht Anfang März, dass das Bürgerbegehren zur Potsdamer Mitte rechtlich unzulässig sei

Gesundheitliche Gründe habe seine Entscheidung aber nicht, wie der 63-jährige Jakobs auf der Pressekonferenz betonte. "Ich fühle mich pudelwohl." Seine Entscheidung sei aber bereits einige Wochen alt, er habe lange überlegt und abgewogen. Allerdings konnte er nicht sicher sagen, ob er für eine weitere achtjährige Amtszeit ausreichend Kraft habe. "Dann ist nach 16 Jahren auch gut", sagte Jakobs.

Seine Entscheidung habe er am Montag den Fraktionen und den Beigeordneten mitgeteilt.

Jakobs' Nachfolger sollte dickes Fell mitbringen

Bis zum 27. November 2018 wolle er noch Oberbürgermeister bleiben. Er freue sich auf die Eröffnung des "blu"-Bads im Mai und auch der nächste Doppelhaushalt und die Intendantensuche am Hans Otto Theater seien noch wichtige Punkte seiner Amtszeit.

In den kommenden 20 Monaten hätte die SPD außerdem genug Zeit, eine Entscheidung zu treffen und einen alternativen Kandidaten zu finden. Zu möglichen Nachfolgern wollte sich Jakobs nicht äußern. Der nächste Oberbürgermeister sollte allerdings "dickes Fell, eine Moderatorenausbildung und unendlich viel Geduld" mitbringen.


Ob er danach weiterhin politisch aktiv sein wird - und in welcher Form - ließ Jakobs offen. "Was nach dem 27. November 2018 kommt, weiß ich noch nicht." Sicher ist aber, dass er in Potsdam wohnen bleiben möchte.

 


 

Hier können Sie die Pressekonferenz nachschauen:

Seit 2002 Oberbürgermeister Potsdam

Noch zu Beginn dieses Jahres hieß es, dass sich Jakobs erst im Sommer 2017 zu seiner politischen Zukunft äußern wollte. Von 1993 bis 1997 arbeitete der Sozialdemokrat als Jugendamtsleiter in Potsdam. Im März 1997 wurde er zum Beigeordneten für Soziales, Jugend und Gesundheit gewählt, im März 1999 wurde er zudem Bürgermeister und damit Stellvertreter des damaligen Oberbürgermeisters Matthias Platzeck (SPD). Seit Ende 2002 ist Jakobs selbst Chef im Rathaus, 2010 wurde er für acht Jahre wiedergewählt. Seine Amtszeit endet demnach offiziell im November 2018.

 

 


 

 

Weitere Hintergründe zu Jakobs' Entscheidung und wie Potsdams Politiker reagieren lesen Sie in der Dienstagsausgabe der Potsdamer Neuesten Nachrichten oder im E-Paper >>

Social Media

Umfrage

Soll die Biosphäre abgerissen werden, wie es die Grünen-Fraktion im Stadtparlament nun fordert? Stimmen Sie ab!