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Garnisonkirche

  • 03.03.2017
  • von Peer Straube und Klaus Peters
Update

Garnisonkirche Potsdam: Bundes-Millionen für die Garnisonkirche sollen freigegeben werden

von Peer Straube und Klaus Peters

Mit den zwölf Millionen Euro vom Bund wird der Weg frei für die Errichtung des Garnisonkirchenturms. Foto: A. Klaer

Kulturstaatsministerin Monika Grütters will die zwölf Millionen Euro für die Garnisonkirche freigeben. Nun sollen die Finanzierungsunterlagen geprüft werden, erst dann kann der Bau des Kirchenturms beginnen.

Die Vorbereitungen für den Wiederaufbau der Garnisonkirche gehen in die heiße Phase. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) habe nun auch offiziell bestätigt, dass der Bund die zwölf Millionen Euro Fördermittel auch für eine abgespeckte Variante des Turms ohne Helm, Glockenspiel und barocke Verzierungen freigeben wolle, sagte Wieland Eschenburg, Kommunikationsvorstand der Garnisonkirchen-Stiftung, den PNN.

Eschenburg: "Das ist ein wichtiger Meilenstein"

Dieser Schritt sei die Voraussetzung, um die Fördermittel beantragen und die Finanzierungsunterlagen beim Bund einreichen zu können, erklärte Eschenburg. "Das ist ein wichtiger Meilenstein, wir freuen uns sehr." Die Unterlagen wolle man innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen in Berlin zur Prüfung vorlegen. Erst wenn diese abgeschlossen ist, fließt tatsächlich auch Geld in Form eines Fördermittelbescheids.

Sobald dieser vorliege, werde die Stiftung mit der Ausschreibung der ersten Bauleistungen beginnen, sagte Eschenburg. Die Zeit drängt bekanntlich: Im Oktober will die Stiftung mit dem Wiederaufbau des knapp 90 Meter hohen einstigen Wahrzeichens der Stadt beginnen. Weil die Baugenehmigung Ende 2019 ausläuft, muss der Turm nach brandenburgischem Baurecht spätestens 2020 fertig sein. 

Kritiker: Verschwendung von Steuern- und Kirchengeldern

Gegen den Wiederaufbau gibt es seit Jahren aber auch Widerstand von mehreren Organisationen. Die Bürgerinitiative "Potsdam ohne Garnisonkirche" und die evangelische Initiative "Christen brauchen keine Garnisonkirche" eint das Argument, dass das Gotteshaus in preußischen Zeiten als Militärkirche diente, in der Krieg gepredigt und Soldaten auf Gehorsam bis in den Tod eingestimmt worden seien.

Zudem befürchtet die Bürgerinitiative bei geschätzten Gesamtkosten von 100 Millionen Euro für Turm und Kirchenschiff die Verschwendung von Steuer- und Kirchengeldern. Denn auch die evangelische Kirche unterstützt den Wiederaufbau mit einem Millionen-Darlehen.

Zudem war die Garnisonkirche im März 1933 die Kulisse für den "Tag von Potsdam", als mit dem Handschlag zwischen Reichskanzler Adolf Hitler und Reichspräsident Paul von Hindenburg "das verheerende Bündnis zwischen konservativem Bürgertum, preußischem Militär und Nazi-Führung mit kirchlichem Zeremoniell besiegelt wurde", wie es in einer Erklärung der Christen-Initiative heißt.

Die Garnisonkirche, die als Hauptwerk des preußischen Barock gilt, war 1968 auf Geheiß der DDR-Regierung gesprengt worden, obwohl sie trotz Kriegsschäden nicht einsturzgefährdet war. Konkrete Aufbaupläne gibt es derzeit nur noch für den Turm. (PNN/dpa)

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