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  • 09.01.2017
  • von Steffi Pyanoe

Besucherzahlen 2016: Gemischte Bilanz bei Potsdams Kinos

von Steffi Pyanoe

Als bestes Kino in Deutschland ausgezeichnet: Das Thalia in Babelsberg. Foto: A. Klaer

Einen neuen Besucherrekord verzeichnete das Thalia Kino in Babelsberg 2016 zwar nicht, dafür kamen aber besonders viele Kinder in das Programmkino. Etwas schlechter lief es für das UCI in den Bahnhofspassagen.

Babelsberg/Innenstadt - Glück gehabt: „Die Kinder haben uns gerettet“, sagt Daniela Zuklic, stellvertretende Geschäftsführerin des Thalia zur Besucherbilanz 2016. Vom deutschlandweiten Einbruch der Kino-Besucherzahlen um etwa zwölf Prozent blieb das Programmkino in Babelsberg verschont. Zwar habe es einen gewissen Rückgang gegeben, der sei aber von den Kinderfilmen aufgefangen worden. 30 000 verkaufte Kinderkarten, dazu oft erwachsene Begleiter – so viele habe es noch nie gegeben. „Das war sensationell gut.“ Geholfen habe auch die Auszeichnung des Thalia als bestes Programmkino Deutschlands, die Aufmerksamkeit und Besucher brachte. Etwa 145 000 waren es 2016, genauso viele wie im Jahr davor. Für den Rekord von 2014 – damals waren es 152 000 verkaufte Tickets gewesen – reichte es jedoch nicht.

Das neue Jahr beginnt im Thalia mit „Timm Thaler oder das verkaufte Lachen“, ein Film von Andreas Dresen, der mit einer großen Premiere am 31. Januar anlaufen werde. Höhepunkt im Kinojahr wird im November die 100-Jahr-Feier mit diversen Überraschungen und Programmpunkten, kündigte Zuklic an. Das Kinderwagenkino, ein Projekt, das im vergangenen Jahr startete, habe sich gut etabliert, einmal pro Woche kommen 20 bis 30 Eltern mit Kleinkindern zu den Vorstellungen. „Das wird gut angenommen“, sagte Zuklic. Zum Jahreswechsel gab es allerdings eine Ticketpreiserhöhung um je 50 Cent. Dafür ist der Kindertarif jetzt auch für Jugendliche bis zum 18. Geburtstag gültig, so Zuklic.

Auch für das UCI in den Bahnhofspassagen lief es 2016 etwas schlechter

Im UCI in den Bahnhofspassagen hatte man weniger Glück mit dem negativen Kinotrend. „Es lief definitiv schlechter als im Jahr davor“, sagte Kino-Geschäftsführer René Pilz den PNN. 444 909 Besucher waren es 2015, im vergangenen Jahr nur 404 500. Das seien aber normale Schwankungen. „Wir haben keine Krise. 2017 wird ein sehr erfolgreiches Jahr“, prognostiziert Pilz. Dass es 2016 weniger gut lief, habe an mehreren Fakten gelegen. „Es fehlten die starken deutschen Produktionen und wir hatten eine Fußball-WM, da gehen die Leute erfahrungsgemäß immer weniger ins Kino“, erklärt der Kinoleiter. Der erste Besuchermagnet in diesem Januar wird „Bullyparade“ mit Michael Bully Herbig und Christian Tramitz werden, vermutet Pilz. Ein toller Familienfilm werde sicher „Das Pubertier“ nach dem Buch von Jan Weiler. Außerdem laufen 2017 viele vielversprechende Kinderfilme an.

Auch die Liveübertragungen von Oper, Theater und Ballett werden sehr gut angenommen, sagt Pilz: Es werde sie deshalb auch weiterhin geben. Neu in diesem Jahr werden Sport-Liveübertragungen sein, zum Beispiel die Superbowl-Spiele aus den USA im Februar. Ob es 2017 Preiserhöhungen geben wird, dazu könne man in Potsdam nichts sagen. „Das wird zentral entschieden“, sagte Pilz.

Einen Besucherrückgang gab es auch beim Filmmuseum: Nach 28 000 verkauften Karten 2015 kam das Kino 2016 nur auf rund 25 000 Gäste. 

 

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Das Potsdamer Filmmuseum hat für 2017 einiges geplant: Unter anderem widmet sich eine Sonderausstellung dem New Yorker Fotografen Sam Shaw, der einige Hollywood-Stars vor die Linse bekam >>

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