15.07.2018, 22°C
  • 05.01.2017
  • von Henri Kramer

Die ersten Bilder hängen

von Henri Kramer

Große Kunst. Gemälde wie Claude Monets „Unter den Pappeln“ (l.) werden ab dem 23. Januar in der Impressionismus-Schau des neuen Barberini-Museums gezeigt. In der Ausstellung mit Klassikern der Moderne werden zum Beispiel die Bilder „Sommernacht am Strand“ (o.r.) von Edvard Munch oder Wassily Kandinskys „Weißer Klang“ zu sehen sein.Fotos (4): Museum Barberini

Das Museum Barberini steht vor der Eröffnung – und Potsdam gewinnt einen neuen Touristenmagnet

Innenstadt - Im Museum Barberini beginnt die heiße Phase vor der offiziellen Eröffnung am 23. Januar. Inzwischen sind die ersten Bilder eingetroffen. Einen entsprechenden Bericht der „Berliner Morgenpost“ bestätigte Barberini-Sprecherin Johanna Köhler am Mittwochabend auf PNN-Anfrage. „Die insgesamt 170 Werke werden derzeit nach und nach angeliefert.“

Dabei wird das von dem Software-Unternehmer und Potsdam-Mäzen Hasso Plattner gestiftete Museum auch jenseits von Brandenburg und Berlin beworben, wie die Sprecherin bestätigte. Für Potsdam heißt das, dass die Landeshauptstadt in den kommenden Wochen und Monaten mit Tausenden weiteren Gästen rechnen kann – das Barberini ist ein weiteres Zugpferd für die seit Jahren ohnehin boomende Tourismus-Branche. So sieht es auch Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD), wie er in seiner Internet-Kolumne zum Jahresanfang lobte: „Ich bin überzeugt, dass die Landeshauptstadt mit diesem Haus in die Champions League aufsteigt und künftig mit allen Ausstellungen für große Furore sorgen wird.“

Das Interesse ist jedenfalls groß: Zu sieben Besuchertagen kamen Anfang Dezember in das noch leere Palais mehr als 24 500 Gäste. Danach war auch bereits das erste, 750 Stück umfassende Jahreskarten-Kontingent ausverkauft. Im sozialen Netzwerk Facebook hat das Museum schon jetzt 2800 Follower, Tendenz steigend. Dazu werden inzwischen von Tourismusanbietern diverse Busreisen zum neuen Museum angeboten. „Wir freuen uns über den großen Zuspruch“, sagte Museumssprecherin Köhler.

Das Barberini startet bekanntlich mit gleich drei Ausstellungen: „Impressionismus. Die Kunst der Landschaft“, „Klassiker der Moderne“ sowie „Künstler in der DDR“. Dafür wurden die Raumwände in dem Barockbau jeweils so gestrichen, dass die Bilder möglichst gut passen – unter anderem gibt es ein „Seerosen“-Zimmer für die gleichnamigen Bilder von Monet. Allein von impressionistischen Künstlern werden 92 Gemälde gezeigt, dabei sind auch Werke von Pierre-Auguste Renoir und Gustave Caillebotte. Gezeigt würden Landschaften als Leitgattung des Impressionismus – „darauf angelegt, die Betrachter mit allen Sinnen anzusprechen“, wie das Museum wirbt.

Die Klassiker-Ausstellung soll dagegen einen Bogen schlagen vom Impressionismus in Deutschland bis zur Abstraktion nach 1945. „Mit 60 Werken erzählt sie Kunstgeschichten, die deutlich machen, dass es mehr als eine Geschichte der modernen Kunst gibt“, heißt es in der Ankündigung. Zu sehen sind dabei Werke von Max Liebermann, Edvard Munch Wassily Kandinsky oder Andy Warhol. In einem großen Saal werden zudem 15 Skulpturen von Auguste Rodin gezeigt. Ferner gibt es zwei Räume zu Kunst in der DDR, etwa mit Werken von Wolfgang Mattheuer. Für den Herbst ist dann eine deutlich größere Sonderausstellung mit dem Titel „Hinter der Maske. Künstler in der DDR“ geplant. Allgemein sieht das Konzept pro Jahr bis zu drei wechselnde Ausstellungen zu allen Kunstepochen vor.

Damit solcherlei möglich ist, benötigt das Museum Leihgaben. Die Bilder kommen unter anderem vom Denver Art Museum, von der Staatlichen Eremitage in St. Petersburg, von dem Israel Museum in Jerusalem oder dem Musée de l’Orangerie in Paris. Dazu kommen Gemälde von Privatleihgebern, etwa aus den USA, Frankreich, der Schweiz und Großbritannien, sowie aus der Privatsammlung von Plattner. Seine Stiftung finanziert auch den Kunstbetrieb. Eingeweiht wird das Haus am 20. Januar im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Doch noch mehr Prominenz wird erwartet. Sprecherin Köhler versprach: „Die Eröffnungsveranstaltung wird hochkarätig besucht sein.“

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