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  • 12.07.2018
  • von Stephan-Andreas Casdorff

Casdorffs Agenda: Altkanzler Schröder watscht Merkel ab – und seine SPD

von Stephan-Andreas Casdorff

Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) Foto: dpa/Uli Deck

Erinnerungen an den „Basta“-Kanzler: Gerhard Schröder wirft seiner Nachfolgerin Führungsschwäche vor. Auch der SPD gibt er einen mit. Ein Kommentar.

Für klare Kante ist er immer noch erste Wahl. Wie er redet, über Menschen und Dinge – das bleibt im Gedächtnis. Ob über den Baron aus Kulmbach oder den Professor aus Heidelberg: Über wen Gerhard Schröder auch immer herzog, der hat sich nicht so schnell davon erholt.

Jetzt hat der Altkanzler seiner ungeliebten Nachfolgerin Angela Merkel Führungsschwäche im Asylstreit mit Innenminister Horst Seehofer vorgeworfen. Nicht nur, dass er an sein „Basta“ von einst erinnerte, etwas, das Merkel niemals sagen würde.

Schröder gibt auch der SPD einen mit

Er hielt ihr auch die Richtlinienkompetenz vor. Zu Merkels Umgang mit Seehofer sagte Schröder: „Aus einer Richtlinienkompetenz wurde eine Nichtlinienkompetenz.“ Aber Schröder wäre nicht Schröder, wenn er nicht auch seiner SPD einen mitgäbe, einen guten Ratschlag.

Die SPD hätte im Bundestag die Vertrauensfrage stellen müssen, findet er. Ein Kanzler habe in einem grundsätzlichen, unauflösbaren Streit zwei Möglichkeiten: „Entweder er zwingt den Widersacher über die Verbindung der Vertrauensfrage mit einer Sachfrage in die Solidarität. Oder er entlässt den Minister.“ Schröder hat aber auch gut reden. Er ist ja abgewählt.

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