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  • 10.06.2018

Parlamentswahl im Irak: Feuer in Lager mit Wahlurnen war offenbar Absicht

Sicherheitskräfte tragen Wahlurnen aus dem brennenden Gebäude. Foto: REUTERS

Wurde die irakische Parlamentswahl gefälscht? Es soll neu ausgezählt werden – dann brennt eine Lagerhalle mit Wahlurnen. Brandstiftung, sagt der irakische Parlamentspräsident.

Ein Brand in einem Lager für die Stimmzettel der umstrittenen Parlamentswahl im Irak ist nach Meinung des Parlamentspräsidenten Salim al-Dschaburi absichtlich gelegt worden. Das Feuer sei ein Versuch gewesen, um den Betrug bei der Abstimmung vor einem Monat zu vertuschen, sagte Al-Dschaburi am Sonntag. Wenn bewiesen sei, dass die Wahl gefälscht wurde, müsse sie wiederholt werden

Das Feuer in Bagdad brach am Sonntag aus und erfasste eine Lagerhalle, in der sich Wahlurnen und Stimmzettel der Parlamentswahl befanden. Der Brandursache war zunächst unklar, doch Zeitpunkt und Umstände erscheinen dubios: Schon seit Wochen gab es Streit über angebliche Stimmenfälschungen bei der Wahl vor gut einem Monat. Das Parlament in Bagdad beschloss am Mittwoch schließlich, dass sämtliche Stimmen per Hand neu ausgezählt werden sollen.

Wahlkommission erklärte bereits zahllose Stimmen für ungültig

Dafür waren am Sonntag Richter ausgewählt worden, die die Auszählung anstelle der Führung der Wahlkommission überwachen sollten. Auf Fotos war dichter Rauch über Gebäuden zu sehen. Es blieb zunächst unklar, ob Stimmzettel verbrannten und ob die erneute Auszählung durch den Vorfall beeinflusst wird.

Ministerpräsident Haidar al-Abadi hatte am Dienstag erklärt, bei der Wahl habe es „gefährliche Verstöße“ gegeben. Ende Mai hatte die Wahlkommission wegen Unregelmäßigkeiten bereits die Ergebnisse aus mehr als 1000 Wahllokalen für ungültig erklärt. Eine von mehreren Parteien geforderte umfassendere Annullierung lehnte sie jedoch ab. Bei Wahl am 12. Mai hatte überraschend die Liste des schiitischen Klerikers Muktada al-Sadr die meisten Stimmen gewonnen. (dpa)

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