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  • 16.04.2018
  • von Stephan-Andreas Casdorff

Casdorffs Agenda: Ein Außenpolitiker ist kein sprechender Anzug

von Stephan-Andreas Casdorff

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD). Foto: Nicolas Maeterlinck/dpa

In der Außenpolitik reicht das Beschwören von Friedfertigkeit nicht aus, um einen Krieg wie in Syrien zu lösen. Ein Plan muss her. Ein Kommentar.

Außenpolitik – da denkt man als Politiker sicher gleich an steigende Beliebtheitswerte. Und so ist es ja in aller Regel auch. Nur ist Außenpolitik nicht bloß „bella figura“.

Ein Außenpolitiker ist kein sprechender Anzug. Wäre es so, könnte man das Außenamt entweder gleich schließen oder auf die Presseabteilung und deren „Ticker“ reduzieren, wie es dort heißt. Nein, sie erfordert mehr. Wenn es zum Beispiel, wie gegenwärtig, um Krieg in der Welt geht, dann reicht das Beschwören von Friedfertigkeit nicht aus, vielmehr braucht es einen Plan. Einen, der vom gewünschten Ergebnis her denkt und die Wege dorthin beschreibt; nachdenken, um vorauszudenken.

Außenpolitik ist da wie Latein: Wer schon die Vokabeln nicht kennt, kommt nicht weit. Vom Rest zu schweigen. Übersetzungen wollen gelernt sein. Gelernt! Vermutlich deswegen hat der Bundespräsident jetzt gerade sehr offen kritisch Stellung bezogen zu unserer Außenpolitik. Er ist nämlich einer, der sie gelernt hat.

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