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Werder

  • 10.08.2018
  • von Sarah Stoffers

Freie Schule in Werder: Schule des Lebens kann starten

von Sarah Stoffers

Foto: Sarah Stoffers

Werder (Havel) - Der private Trägerverein „Schule des Lebens“ hat am Mittwoch, zwölf Tage vor Schulbeginn, vom Bildungsministerium die Genehmigung für den Betrieb seiner Schule in den Werderaner Havelauen erteilt bekommen. „Wir freuen uns riesig über die Genehmigung“, so die Vereinssprecherin Grit Hübener. Ein paar Dinge gebe es allerdings noch zu tun, bevor der Schulbetrieb richtig losgehen könne. So sind die Möbel zwar schon da. Gemeinsam mit den Kindern soll aber entschieden werden, wie sie aufgestellt werden.

Wie berichtet will der Trägerverein eine freie demokratische Schule eröffnen, in der die Kinder bestimmen dürfen, was sie wo und wann lernen wollen. Die Schule liegt mitten in einem Bürokomplex mit Ingenieuren, einem Versicherungsmakler und einem Gerichtsvollzieher in der Mielestraße 2. Den gut 20 Schülern stehen 347 Quadratmeter zur Verfügung. Es sind frührere Büroräume. An den Wänden hängen Ideen von Hübener, wie sie eingerichtet werden könnten. In den sieben Räumen sollen ein Musik- und Bewegungszimmer, ein Zeichenatelier und eine Werkstatt, ein Speiseraum, ein Gruppenarbeitsraum und ein PC-Pool entstehen. Das Klavier steht schon zwischen den gestapelten Tischen und anderen Möbeln und wartet auf seinen Einsatz.

Rund 20 Schüler werden ab dem 20. August an der Schule lernen. Wahrscheinlich noch nicht in den vorgesehenen Räumen, denn es fehlt noch die Endabnahme des grundsätzlich genehmigten Nutzungskonzepts der Räume als Schule. Die Kinder sollen bis dahin in Projektwochen im Freien das Design ihrer Schule bestimmen und Ideen dafür entwickeln, wie Hübener erzählt.

Einen vorgegebenen Stundenplan oder klassische Noten wird es für die Schüler, die jahrgangsübergreifend von Klasse eins bis zehn gemeinsam lernen, nicht geben. Das bedeute aber nicht, dass die Kinder machen können, was sie wollen, wie die Vereinssprecherin erklärt. „Die Lernbegleiter schauen dann, was hinter den Wünschen der Kinder steckt und gehen nicht nur danach, was die Kinder wollen, sondern was sie eigentlich brauchen.“ Finanziert wird die Schule zunächst über einen dreijährigen Kredit von der GLS-Bank, der über Bürgschaften abgesichert werden soll. Für das erste Jahr, in dem vom Gesamtkredit eine Summe von 203 000 Euro zur Verfügung steht, sind alle Bürgschaften da, wie Hübener erzählt. Ursprünglich sollte die Schule in Potsdam entstehen, dort gab es aber keine entsprechenden Räume.

Im nächsten Jahr soll die Schule weiter wachsen. Fünf Grund- und noch einmal fünf Oberschüler sollen dazukommen. Für die Grundschulplätze gibt es jetzt schon 27 Anfragen, sagt Hübener. Außerdem plane der Verein, einen Hort für die Schulkinder in bislang freien Räumen einzurichten. Der Antrag läuft noch.

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