23.07.2018, 26°C
Themenschwerpunkt:

Stahnsdorf

  • 11.07.2018
  • von Solveig Schuster

Verkehr in Potsdam-Mittelmark: Stahnsdorf im Stau

von Solveig Schuster

Foto: dpa

Die Baustelle an der Potsdamer Allee lässt einen Verkehrskollaps erwarten. Regiobus verbessert Takt.

Stahnsdorf - Schon kurz nach Baustart an der Potsdamer Allee in Stahnsdorf brach sich am Montag der Unmut Betroffener über die sozialen Medien Bahn: „Sie haben gesagt, es wird schlimm, und sie haben nicht zu viel versprochen“, äußerte sich unter anderem der Stahnsdorfer Kommunalpolitiker Christian Kümpel.

Nicht nur am Knotenpunkt Stahnsdorfer Hof kam es aufgrund der Sperrung des Bäkedamms, der im weiteren Verlauf in die Potsdamer Allee übergeht, zum erwarteten Stau. Seit Wochenbeginn zwängen sich nun Laster und Autos über die Lindenstraße sowie den Güterfelder Damm Richtung Potsdam oder von dort zum Stahnsdorfer Hof und weiter nach Kleinmachnow oder Teltow. Mehr als 10 000 Fahrzeuge, die bisher täglich den Weg über die Potsdamer Allee genommen haben, müssen während des Straßenbaus umgeleitet werden. Noch bis gestern hätten einige Autofahrer die Baustellenschilder aber ignoriert und seien vorbei an den Absperrbaken Richtung Ortsausgang oder über die Wannseestraße zum Schleusenweg nach Kleinmachnow gefahren, sagte ein Bauarbeiter den PNN. Ab heute werde dies nicht mehr möglich sein. Nachdem in den vergangenen beiden Tagen der Umbau der etwa 2,5 Kilometer langen Strecke vorbereitet worden sei, werde heute an der Ecke Potsdamer Allee/Bäkedamm und Wannseestraße der Asphalt aufgerissen, hieß es.

Wie berichtet soll die alte Landesstraße 76 und heutige Kreisstraße K6960 zwischen Stahnsdorfer Ortsausgang und der Kreuzung Stahnsdorfer Hof bis 2020 komplett neu gebaut und auf eine Fahrbahn pro Richtung verengt werden. Auf etwa zwei Kilometern werden begrünte Mittelstreifen aufgebracht, die teilweise überfahren werden können. Auch die Gehwege und Lampen werden erneuert. Zudem tauscht der Wasser- und Abwasserzweckverband zeitgleich die Trinkwasserleitungen aus.

Während der Bauphase ist angeraten, die Baustelle möglichst weiträumig, bestenfalls über die Bundesstraße 101, die neue Landesstraße 40 oder die Autobahn 115, zu umfahren. Gestern Vormittag rollte der Verkehr zwar problemlos. Eng werde es aber morgens und am Nachmittag im Berufsverkehr. Trotz der Ferien seien hier höhere Fahrzeiten einzukalkulieren. Prognosen, wie sich die Verkehrsbelastung darüber hinaus – etwa nach den Ferien, durch den fortschreitenden Bau der Ruhlsdorfer Straße in Teltow oder der Rammrath-Brücke im nächsten Jahr – entwickelt, könnten derzeit nicht angestellt werden, erklärte Michael Hollax vom Kreisstraßenbaubetrieb. Dies müsse sich in der Praxis zeigen. Zwar gäbe es Absprachen mit den einzelnen Baulastträgern. Letztlich bliebe aber jeder für sein Projekt verantwortlich, sagte er.

Vorsorglich öffnet der Kreisstraßenbaubetrieb jeden Montag um 9 Uhr sein Baubüro in der Potsdamer Allee 68 für Bürgerfragen. Am ersten Tag gab es nach Angaben der Behörde dort aber offenbar noch keinen Informationsbedarf. Voraussichtlich bis Ende des Jahres werde zunächst der Bäkedamm voll gesperrt. Lediglich Rettungswagen und Linienbussen werde eine Durchfahrt ermöglicht.

Wie der Mobilitätsdienstleister Regiobus Potsdam Mittelmark GmbH mitteilte, gebe es einige Änderungen im Liniennetz, um einen stabilen Betrieb während der Bauzeit zu gewährleisten. So verkehrt die Linie 623 nur noch zwischen Stahnsdorf, Waldschänke, und den Haltestellen U-Bahnhof Oskar-Helene-Heim oder Zehlendorf-Eiche in Berlin. Der Abschnitt von der Waldschänke zur Hildegardstraße in Stahnsdorf wird stattdessen durch die Linie 622 mit bedient.

Zudem gibt es am Zehlendorfer Damm in Kleinmachnow in Höhe der alten Dorfkirche eine zusätzliche Haltestelle. Durch neue Fahrzeiten verbessert sich zugleich der Takt. So werden nach Angaben der Regiobus zwischen Kleinmachnow und Potsdam – ebenso wie von und nach Berlin – alle zehn Minuten Verbindungen angeboten. Teilweise sind das doppelt so viele wie bisher.

Social Media

Umfrage

Die Einengung der Zeppelinstraße in Potsdam hat im Zuge der Dieseldebatte bundesweit Interesse geweckt. Ist die Maßnahme nötig, um ein Dieselfahrverbot in Potsdam zu verhindern? Stimmen Sie ab!