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  • 08.06.2018
  • von Solveig Schuster

Bauen in Stahnsdorf: Annäherung im Asbest-Streit

von Solveig Schuster

Rückbau. Nächste Woche fällt die letzte Baracke an der Bahnhofstraße. Foto: Gabsch

Nach dem Ärger um abgerissene Asbest-Bauten auf einem Baugrundstück in Stahnsdorf sucht der Investor den Schulterschluss mit den Anwohnern. Der Baustart für ein Wohnprojekt soll noch in diesem Jahr erfolgen.

Stahnsdorf - Nach dem Ärger um abgerissene Asbest-Bauten auf einem Baugrundstück in Stahnsdorf sucht der Investor den Schulterschluss mit den Anwohnern. In einem Schreiben habe der Projektträger, die EK Invest Immobilien- und Handelsgesellschaft, die Nachbarn über die weiteren Planungen informiert, sagte Geschäftsführerin Elisa Wegener den PNN. „Wir wollen auch künftig schneller auf sie zugehen und ihnen die Ängste nehmen“, erklärte sie.

Wie berichtet hatten sich Anwohner Ende Mai beim Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) darüber beschwert, dass sie nicht über die Abrissarbeiten auf dem Grundstück der Firma Karl Brendel in der Bahnhofstraße 100 informiert waren. Zudem berichteten sie, dass sich anschließend ein Mitarbeiter des Bundesumweltamtes bei ihnen gemeldet hatte, um sich nach Video- und Fotomaterial vom Abriss zu erkundigen. Dies hatte zusätzlich zu Irritationen geführt, denn die Behörde selbst wusste von nichts. Nun hat sich der Vorfall geklärt.

Das Landesamt war nach einer Anwohnerbeschwerde am 23. Mai auf der Baustelle und hatte geprüft, ob der Abriss fachgerecht ausgeführt worden war. Dabei seien von der Mitarbeiterin vor Ort auch Anwohner befragt worden, erklärte Gabriel Hesse, Sprecher im Gesundheitsministerium auf Nachfrage der PNN. Aus arbeitsschutzrechtlicher Sicht sei nichts zu beanstanden gewesen. Auch seien entsprechende Entsorgungsnachweise erbracht worden, hieß es. Niemand müsse sich Sorgen machen, dass hier etwas illegal erfolgt, erklärte Jens Britz von der mit dem Abriss beauftragten Firma Otto Britz & Söhne. „Wir schneiden uns nicht ins eigene Fleisch.“

„Wir sind bestrebt, nicht mehr Lärm zu machen als nötig und auch nicht länger als nötig“

Das inmitten eines Wohngebietes gelegene Gewerbeareal gehörte zunächst der 1947 in Stahnsdorf gegründeten und im Korrosions- und Blitzschutz tätigen Firma Karl Brendel. Später hatten sich vor Ort eine Kfz-Werkstatt als auch eine im Messebau tätige Firma angesiedelt. Inzwischen haben die Firmen- und Grundstückserben, das mit Baracken und Hallen bebaute Areal in Erbbaupacht an die EK Invest abgetreten, die es nun mit mehreren Wohnhäusern bebauen will.

Anfang kommender Woche werde die letzte noch verbliebene Baracke an der Bahnhofstraße abgerissen, erklärt Britz. Nach seinen Angaben müssten dann weitere Asbestplatten, aber auch Bitumen-Decken abgebaut und entsorgt werden. Zwei bis drei Tage würden die Arbeiten in Anspruch nehmen. „Wir sind bestrebt, nicht mehr Lärm zu machen als nötig und auch nicht länger als nötig“, erklärte er. Ist das letzte Relikt des Gewerbehofs abgerissen, werde die Fläche von Bauschutt und Abriss-Resten beräumt, bevor es an die Erdarbeiten geht.

Wohnprojekte mit viel Platz

Zuerst entstehen Regenentwässerung und Erschließungsstraße – der Goldammerweg, erklärt Elisa Wegener. Sie hofft, dass mit dem Bau der ersten Häuser noch in diesem Jahr begonnen werden kann. Zum Frühsommer 2019 sollen sie bezugsfertig sein. Dabei werde sich das neue Wohngebiet im Stil in die vorhandene Bebauung einfügen, erklärt Wegener. Für die studierte Immobilienwirtschaftlerin sei es das erste Projekt dieser Art. Zuvor habe sie Erfahrungen als Maklerin und bei einem Bauträger gesammelt. Sie setze nun um, was sie schon immer vor hatte: Wohnprojekte mit viel Platz zu entwickeln.

Auf Grundstücken von 350 bis 750 Quadratmetern Fläche sollen zwei Reihenhäuser als auch neun Doppelhäuser und Stadtvillen entstehen, teilweise für Familienangehörige, sagt Wegener. Alle übrigen werden verkauft. Im Durchschnitt werden die Häuser rund 3000 Euro pro Quadratmeter kosten und über Wohnflächen von 145 bis 195 Quadratmeter sowie fünf bis sechs Zimmer verfügen. Dazwischen plant Elisa Wegener viel Grün. Große Teile der mit dicken Betonplatten überdeckten Fläche sollen entsiegelt, bestehende Bäume erhalten werden, sagt sie. 

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